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Die Westliche Honigbiene

Diese Bienenart, ursprünglich wildlebend, wird seit langer Zeit vom Menschen als Honigproduzent gezüchtet und heute zudem als Bestäuber für Feldfrüchte genutzt.

Ursprünglich heimisch in Europa, Westasien und Afrika findet man sie heute überall auf der Welt.

Koloniestruktur

Die Kolonien von Honigbienen werden als Superorganismen bezeichnet:

Die Bienen leben in klar unterscheidbaren Kasten, die jeweils verschiedene Arbeits- und Fortpflanzungsaufgaben erfüllen.

Eine Kolonie besteht in der Regel aus einer weiblichen Königin, männlichen Drohnen (nur zu bestimmten Jahreszeiten) und weiblichen Arbeiterinnen.

  • Königinnen sind für die Fortpflanzung zuständig, leben bis zu 4 Jahre und legen pro Tag bis zu 2.000 Eier.
  • Arbeiterinnen sind kurzlebig, zahlreich (bis zu 60.000 pro Volk). Sie kümmern sich um den Nachwuchs und um alle anderen Arbeiten.
  • Die einzige Aufgabe die Drohnen ist die Begattung junger Königinnen, in der Regel aus anderen Kolonien.

Der Zweck des Kastensystems besteht darin, das „Gemeinwohl“ zu sichern – das Überleben der Kolonie. Streng genommen sind einzelne Honigbienen keine Individuen, die Kolonie ist das eigentliche Individuum (ein Metaorganismus).

Entwicklung in der Honigbienenkolonie

Ein Jahr im Leben der Honigbiene

FRÜHLING

Die Arbeiterinnen beenden ihre Überwinterungsphase und schwärmen aus, um Nahrung für sich, die Königin und die neue Brut zu suchen. Die Königin legt zunehmend mehr Eier und erreicht um den Mai herum ein tägliches Maximum von etwa 2.000 Eiern. Nach der Paarungssaison werden die Drohnen von den Arbeiterinnen aus dem Nest vertrieben und sterben. Dieser Vorgang wird auch als „Drohnenschlacht“ bezeichnet.

SOMMER

In dieser Jahreszeit beginnen die Bienen bereits, Vorräte für schlechtes Wetter und den bevorstehenden Winter anzulegen. Sie konservieren den Nektar, den sie aus Blüten gewinnen, indem sie ihn in Honig umwandeln, der ihnen in der kalten Jahreszeit, wenn keine Blüten zur Verfügung stehen, als Nahrung dient. Um ein Glas Honig (500 g) zu produzieren, müssten Arbeitsbienen bei der Nahrungssuche eine Entfernung von bis zu 120.000 Kilometern zurücklegen – eine Flugstrecke, die fast dreimal um den Erdball reicht. Für den Winter benötigt eine Bienenkolonie rund 20 Kilogramm Honig – stellen Sie sich die Distanz vor, die Bienen dafür zurücklegen müssten.

HERBST

Wenn im Spätsommer und Herbst die Nahrungsquellen knapp werden, stehlen Honigbienen manchmal die Vorräte schwächerer Kolonien. In dieser Phase schlüpfen die langlebigeren Winterbienen und ersetzen im Stock langsam die Arbeiterinnen des Sommers. Diese Bienen können bis zu sieben Monate lang leben. Im Spätsommer und Herbst müssen Imker ihre Bienenkolonien versorgen, damit sie die kalte Jahreszeit gesund überleben. Dazu gehört die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten und die Bereitstellung zusätzlicher Nahrung nach der Honigernte, da Blüten jetzt knapp werden.

WINTER

Um die kalten Wintermonate zu überleben, schmiegen sich die etwa 10.000 langlebigen Winterbienen um die Königin und bilden eine sogenannte Wintertraube. Sie halten einander warm, indem sie ihre Flugmuskeln zum Zittern bringen. Dadurch bleibt die Temperatur stabil bei rund 20 bis 23 °C. In der Traube, die sie bilden, verlieren sie viel weniger Wärme, als das in anderen Anordnungen der Fall wäre.

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