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Woran leiden Hummeln in den USA?

Eine neue Studie gibt eine neue Antwort auf eine alte Frage

15. Jun 2016
Hummeln sind wichtige Bestäuber von einigen Nutzpflanzen wie Blaubeeren oder Tomaten im Gewächshaus.

Hummeln sind wichtige Bestäuber von einigen Nutzpflanzen wie Blaubeeren oder Tomaten im Gewächshaus.

Hummeln sind wichtige Helfer bei der Bestäubung von Blaubeeren und Tomaten in Gewächshäusern. Imker und Landwirte setzen sie daher für kommerzielle Zwecke gezielt zur Bestäubung ein. Hummeln von Ort zu Ort zu transportieren, birgt aber auch Herausforderungen: Parasiten und Krankheiten können sich stärker ausbreiten. In der Vergangenheit kam es in einigen Regionen in den USA daher zeitweise sogar zu erhöhten Hummelverlusten. Die Ursache dafür hat eine neue Studie jetzt belegt. Wie es in der Veröffentlichung in Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) heißt, war und ist einer der Hauptgründe für die schlechte Gesundheit einiger Hummelvölker in den USA ein Pilzerreger namens Nosema bombi.

„Um die Nosema-Infektion zu verfolgen, haben wir tausende Hummeln mithilfe von molekularen Techniken untersucht“, sagte Professor Sydney Cameron, Entomologe an der University of Illinois und Leiter des Forschungsprojekts. Das Forscherteam untersuchte das Erbgut der Hummeln zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen geografischen Lagen auf Abweichungen der DNA-Sequenzen von Nosema bombi. Bienenproben aus historischen Sammlungen in Nordamerika und Europa erbrachten zudem Nachweise über Infektionen in früheren Zeiten. Die Analyse dieser Proben zeigte: Nosema bombi war schon 1980 in den USA präsent. Die Studie ergab zudem, dass die Infektionen bei Hummeln, die in den 1990er Jahren aus kommerziellen Zwecken zur Bestäubung eingesetzt wurden, mit den Infektionen wilder Hummeln einhergingen.

 
Dick Rogers inspecting frame


Dick Rogers
Principal Scientist und Entomologe am Bayer Bee Care Center in Nordamerika

Dick Rogers, Principal Scientist und Entomologe am Bayer Bee Care Center in Nordamerika, erkennt darin einen eindeutigen Zusammenhang: „Der kommerzielle Einsatz infizierter Hummeln kann die Ausbreitung von Nosema in Gebieten verstärken, in denen auch wilde Hummeln anwesend sind.“ Rogers fügt hinzu, dass Nosema bei einer Massenhaltung von Bienen schwer kontrollierbar sei. „Die kommerzielle Haltung von Hummelspezies erfordert eine sorgfältige Pflege und Hygienekontrollen, um eine Nosema-Infektion zu verhindern“, fügt er hinzu.

Verschiedene Faktoren können die Gesundheit von Hummeln negativ beeinflussen. Diese neue Studie deutet aber darauf, hin, dass Nosema bombi in den USA schon seit vielen Jahren einer der vorwiegenden Krankheitserreger bei Hummeln ist. „Was wir nicht wissen, ist, ob der Pilz ansteckender geworden ist oder ob die Hummeln – geschwächt durch einen Verlust von Lebensraum und andere Infektionen – anfälliger für Nosema geworden sind“, sagt Cameron.
Die Erforschung von Nosema und anderen Bienenparasiten wird in der Bienenforschung weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

 

Weitere Informationen

Die Ergebnisse der Studie wurden in PNAS veröffentlicht: “Test of the invasive pathogen hypothesis of bumble bee decline in North America.”
Um mehr über die Studie zu erfahren, lesen Sie außerdem den Artikel “Study suggests commercial bumble bee industry amplified a fungal pathogen of bees.“

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