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Nikotin hilft Bienen im Kampf gegen Parasiten

Der Blütennektar von Tabakpflanzen geeignet ist, Parasiteninfektionen bei Hummeln zu reduzieren

19. Mrz 2015
Nikotin hilft Bienen im Kampf gegen Parasiten

Nikotin ist ein natürlicher Giftstoff, aber für Bienen erweist er sich als Segen:
Eine neue Studie zeigt, dass der Blütennektar von Tabakpflanzen geeignet ist, Parasiteninfektionen bei Hummeln um 62 Prozent zu reduzieren.


Eine Forschergruppe der University of Massachusetts Amherst und des Dartmouth College haben Hunderte von Hummeln und deren Darmparasiten Chrithidia bombi untersucht.
Das Ergebnis: Vier toxische Chemikalien, die von Pflanzen hergestellt werden um sich vor Fraßschädlingen zu schützen, wirken quasi wie ein natürlicher Arzneischrank. Sie konnten den Infektionsgrad durch den Parasiten innerhalb von sieben Tagen nach der Erstinfektion signifikant senken. Die beiden wirksamsten Chemikalien in der Studie waren Nikotin und Anabasine, die beide im Blütennektar der Tabakfamilie vorkommen.


Die Evolutionsökologin Lynn Adler von der Universität Massachusetts sieht in diesen Ergebnissen einen wichtigen Hinweis für Landwirte,  deren Anbaukulturen von der Insektenbestäubung abhängig sind. Denkbar wäre die Anlage bestäuberfreundlicher Hecken und Gärten. Dort ließen sich dann auch Pflanzen setzen, die natürliche Arzneien gegen Parasiten und Krankheiten produzieren, wie sie üblicherweise Bienen und andere Bestäuber befallen. „Je näher wir hinsehen, desto mehr erkennen wir, dass diese Pflanzenwirkstoffe auch in Nektar und Pollen zu finden sind“, so Adler. „Wenn Bienen diese schützenden Chemikalien aufnehmen, könnte das eine natürliche Behandlung der Zukunft sein.“


Diese Erkenntnis kommt für Adler nicht vollkommen überraschend, denn viele unserer heutigen Gewürze und Medikamente stammen von diesen sogenannten sekundären Metaboliten, die die Pflanze produziert, um sich zu schützen: „Weil wir so groß sind, können wir kleine Mengen Chilipulver mit unserer Nahrung zu uns nehmen, um eine Geschmackswirkung zu erzielen. Aber für ein Insekt könnte dieselbe Dosis tödlich sein. Darauf verlässt sich die Pflanze.“


Die Ergebnisse der Studie sind außerdem geeignet, den Einsatz von Neonikotinoiden – einem synthetischen Nikotin-Derivat – neu zu überdenken. Es dürfte jetzt nur eine Frage der Zeit sein, bis die Forscher sich mit der positiven Wirkung dieser Substanz befassen.

 

Die gesamte Studie finden Sie hier.

 

Eine Zusammenfassung der Studie wurde auf der Nachrichtenseite der University of Massachusetts Amherst veröffentlicht.
 
Die Nikotin-Story wurde auch vom Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“ aufgenommen; lesen Sie hier den Artikel.
 

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