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Neue Bedrohung für Wildbestäuber

Bienenkrankheiten per Paketpost

23. Feb 2016
Neue Bedrohung für Wildbestäuber: Bienenkrankheiten per Paketpost

Bewirtschaftete Bienen- und Hummelvölker werden oftmals um die halbe Welt versandt, um anderswo Ackerkulturen zu bestäuben und so den Rückgang von Wildbienen auszugleichen.  Hunderttausende Völker reisen zu diesem Zweck jedes Jahr per Post um den Globus. Aber mit dem globalisierten Bienenhandel werden auch Krankheiten verschickt, die dann im Zielland für eine zusätzliche Dezimierung der Bienenpopulationen sorgen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie eines Entomologenteams aus Kalifornien und Großbritannien. Grundlage der Studie sind umfangreiche Forschungsarbeiten zu Wildbienenbeständen aus Europa, Afrika, Asien und Amerika.

Leitautor Peter Graystock von der Universität Kalifornien warnt vor den Konsequenzen dieser Entwicklung für Landwirtschaft und Verbraucher: „Der Verlust von Wildbestäubern wird künftig entweder die Ernteerträge verringern oder die Transportkosten und die Abhängigkeit von weiteren bewirtschafteten Bienen erhöhen. Die resultierende Kostensteigerung wird bei den Verbrauchern ankommen, d.h. die Lebensmittelpreise werden steigen.“

Hinzu kommt, dass zwar die Produktion bewirtschafteter Bienen  künstlich gesteigert werden kann, um den Verlust der Wildbienen auszugleichen; die Wildbienen aber müssen sich aus eigener Kraft erholen. Das werde vielfach nicht möglich sein, wenn man nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, betont Graystock. Angesichts der zunehmenden Produktion von bewirtschafteten Bestäubern werde es daher immer wichtiger, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Die Studienautoren zählen eine Reihe von Maßnahmen auf, um den Schaden durch die bewirtschafteten Bienen einzudämmen:

  • Strenge und einheitliche internationale Bestimmungen, damit durch den Bienenversand keine exotischen Parasiten um die Welt geschickt werden.
  • Verbessertes Screening auf eine breiteres Parasitenspektrum
  • Verbesserte Bedingungen bei der Bienenhaltung, um Parasiten in den Zuchtstationen wirksam zu bekämpfen
  • Verbesserte Barrieren in Gewächshäusern und Plastiktunneln, um den Kontakt zwischen bewirtschafteten und Wildbienen zu vermeiden.
  • Anpflanzung zusätzlicher Hecken und Wildblumenstreifen, um die Bestäubungsleistung von Wildbienen zu stärken und die Abhängigkeit der Landwirtschaft von bewirtschafteten Bestäubern zu senken.
  • Verstärkte Maßnahmen zu Erhaltung und Stärkung kleiner/fragmentierter Wildbienenpopulationen


Dieses Maßnahmenbündel dürfte zwar eine kurzfristige finanzielle Mehrbelastung darstellen, aber es wird dazu beitragen, Wildbienen und ihre wertvollen Bestäubungsleistung auch langfristig zu erhalten.

Die Studie “Do managed bees drive parasite spread and emergence in wild bees?” von Peter Grastock et al., wurde im Online-Magazin science direct veröffentlicht.

Sie wurde außerdem vom wissenschaftlichen Nachrichtendienst Phys.Org verbreitet und von weitern Medien aufgegriffen, darunter von Science News online und vom Nachrichtenblog nzhealth.com.

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