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Medizinische Vorsorge für Bienen

Junge Forscher stärken Honigbienen mithilfe guter Bakterien

17. Nov 2015
Können gutartige Bakterien Honigbienen helfen, Insektizide schneller abzubauen?

Bakterien sind nicht nur Krankheitserreger: Unter den Mikroorganismen gibt es einige gutartige Helfer, welche die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen können. Studierende der University of British Columbia (UBC) in Vancouver, Kanada haben nun ein genetisch verändertes Bakterium entwickelt, das die Gesundheit von Honigbienen fördern könnte.

Für ihre Forschung gewannen die Studierenden gleich zwei goldene Medaillen im Finale der International Genetically Engineered Machine Competition (iGEM) in Boston. iGEM ist ein internationaler Forschungswettbewerb für Studenten auf dem Gebiet der Synthetischen Biologie. Mehr als 200 Teams stellten auf dem Event im September 2015 ihre Projekte vor.
 
Das 20-köpfige Team der UBC präsentierte ein innovatives probiotisches Mittel für Honigbienen: „Pro-bee-otic“ soll es Bienen ermöglichen, das Insektizid Imidacloprid schneller über den Stoffwechsel abzubauen. Die Studierenden haben einen Prototyp des probiotischen Mittels hergestellt. Dafür untersuchten sie die natürlich vorkommenden Bakterien im Darm von Honigbienen. Dabei fiel ihnen ein gutartiges Bakterium besonders auf: Gilliamella apicola.
 
Dieses spezifische Bakterium haben sie genetisch verändert und darauf programmiert, Imidacloprid abzubauen. Um das zu erreichen, haben die Jungforscher ein Gen in das Erbgut des Bakteriums eingeschleust, das einen Abbauweg für Imidacloprid initiiert. Dieses veränderte Bakterium haben die Studenten dann an die Bienen wieder verfüttert. „Das ist ein sehr schwieriger Prozess, denn es gibt wenig Forschung zu dem Bakterium, mit dem wir arbeiten. Wir haben verschiedene Methoden ausprobiert, um das Gen in das Bakterium zu setzen“, sagte Darren Christy, Biochemiestudent im dritten Studienjahr.
 
Die Studierenden erachteten das Thema als wichtig, aufgrund der vorrübergehenden Restriktion in der Europäischen Union von einigen Insektiziden aus der Klasse der Neonikotinoide, wozu auch Imidacloprid gehört. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind Pflanzenschutzmittel für die moderne Landwirtschaft essenziell“, sagte Yu Qing Du. Er studiert Physikingenieurswesen im zweiten Jahr und ist ebenfalls Mitglied im iGEM-Team der UBC.
 
Aktuell testen die Studierenden den probiotischen Prototyp im Labor. Sollte sich das Konzept bestätigen, könnten Imker ihren Bienen das probiotische Mittel möglicherweise zukünftig über Zuckerwasser füttern. Diese medizinische Vorsorge könnte dazu beitragen, die Pflanzenschutzmitteln noch sicherer für Bienen zu machen.

Lesen Sie auch den Artikel auf PHYS ORG oder erfahren Sie hier mehr über das Projekt „Pro-Bee-otics“.
 
Hier finden sie außerdem alle Gewinner des iGEM 2015.
 

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