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Krankheiten verbreiten sich unter Bestäubern

Krankheitserreger von kommerziell genutzten Bienenvölkern könnten Wildbienen gefährden

26. Feb 2015
Krankheiten verbreiten sich unter Bestäubern

Krankheiten verbreiten sich unter Bestäubern

Krankheitserreger von kommerziell gehaltenen Bienenvölkern könnten Wildbienen infizieren. Laut Forschern der Englischen Universität Exeter erhöht sich dieses Risiko durch die verstärkte Nutzung kommerzieller Bestäubungsleistungen. „Unsere Studie betont, wie wichtig es ist, erkrankte Bestäuber nicht in die freie Wildbahn zu lassen“, sagte Forschungsleiterin Dr. Lena Wilfert.

Obwohl sich die Forschung zu Bienenviren bisher besonders auf Honigbienen fokussiert hat, legen Studien nahe, dass viele dieser Viren auch für Hummeln, Wespen und vereinzelte Bienenarten eine Gefahr darstellen können. Wilferts Team hat sich mit Daten zu umfassend erforschten Honigbienen-Viren auseinandergesetzt, um die biologischen und menschengemachten Faktoren zu bestimmen, welche die  Infektion, Verbreitung und das Ausmaß von Krankheiten beeinflussen. Die Varroa-Milbe beispielsweise trägt dazu bei, virale Infektionen im Bienenstock zu verteilen. Und ist ein kommerziell eingesetztes Bienenvolk von der Varroa betroffen, erhöht sich die Ansteckungsgefahr für Wildbestäuber deutlich. Ein Beispiel für einen solchen Verlauf ist das Flügeldeformationsvirus, das mittlerweile auch bei wilden Hummeln gefunden wurde. Durch ihr soziales Verhalten schaffen Hummeln ein perfektes Umfeld für das Virus, das sich so in der Kolonie vermehren und über sie hinaus verbreiten kann.

Die Folgerung der Forscher: „Krankheiten, die kommerziell genutzten Arten befallen, wirken sich auch auf viele wilde Bestäuber aus. Die Verbreitung kann jedoch durch Beobachtungen und praktische Maßnahmen eingedämmt werden“, erklärte Wilfert. Eine mögliche Vorgehensweise ist ein routinemäßiger Gesundheitscheck kommerzieller Bienenstöcke, bevor sie an einen neuen Standort gebracht werden – besonders wichtig sind solche Vorkehrungen vor dem Ex- oder Import von Bienenvölkern. „Kommerziell orientierte Imker stehen in der Verantwortung, die ökonomisch und wirtschaftlich wichtigen Wildbestäuber vor Krankheiten zu schützen“, sagte die Evolutionsgenetikerin.

Wilferts Team wird weiterhin danach streben, Wissenslücken über Viruskrankheiten bei bestäubenden Insekten zu schließen, etwa die Übertragung und Ausbreitung von Infektionen bei Bienenvölkern und -arten. Außerdem werden sie beobachten, wie erfolgversprechend existierende Programme zum Schutz von Wildbestäubern sind.


Hier lesen Sie die Pressemitteilung der Universität Exeter.

Erfahren Sie mehr zu der biologischen Forschung der Universität Exeter.


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