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Klimawandel

Schrumpfende Lebensräume für Hummeln

27. Okt 2015
Klimawandel

Klimawandel

Die Hummeln mussten in den letzten 110 Jahren immer enger zusammenrücken. Das jedenfalls hat die Auswertung historischer und wissenschaftlicher Daten aus Europa und Nordamerika ergeben. Nach Schätzungen der Wissenschaftler mussten sich die Hummeln aufgrund der steigenden Temperaturen um 300 km aus dem Süden zurückzuziehen, konnten aber im Norden keinen neuen Lebensraum dazugewinnen.

Andere Insekten wie beispielsweise Schmetterlinge sind dem Klima gefolgt und konnten in den kühleren Norden auswandern, nicht jedoch die Hummel, so die Studie. Auf der Suche nach möglichen Gründen für diese Notlage vermuten die Wissenschaftler einen  evolutionären Hintergrund. Viele Insektenspezies stammen ursprünglich aus tropischen Klimazonen. Im Zuge der Erderwärmung hilft ihnen ihre evolutionäre Historie möglicherweise bei der Anpassung. Die Hummeln hingegen haben ihre evolutionären Wurzeln in der kühlen paläarktischen Region. Dies mag ein Grund sein, warum unwirtliche Landstreifen im Norden wie eine Migrationsbarriere wirken. Dazu Stuart Roberts von der Universität Reading, ein Co-Autor der Studie: „Hummeln könnten sehr wohl in der Lage sein, in den klimatisch günstigeren Lebensräumen weiter nördlich zu leben, aber viele von ihnen kommen einfach nicht dorthin. Viele Landstriche sind inzwischen so erodiert und karg, dass die Hummeln sie nicht überqueren können, um eine neue Heimat zu finden.“
 
HummelrettungAnstatt nach Norden zu migrieren, wandern einige Hummeln daher nach oben: Sofern sie in Berggebieten leben, fliehen sie vor den steigenden Temperaturen in größere Höhenlagen. Obwohl dies kurzfristig eine Lösung ist, könnte die Strategie langfristig fatal sein, sagt Leif Richardson, Wissenschaftler an der Universität Vermont und Co-Leiter der Studie: „Bergauf zu migrieren bedeutet zwar dass sie bislang wohl noch kein Territorium verloren haben, aber letztendlich ist zu befürchten, dass ihnen irgendwann die Berge ausgehen.

Als Reaktion auf die Probleme der Hummel schlägt das Forscherteam vor, Hummelpopulationen in Gebiete mit günstigeren Lebensbedingungen umzusiedeln. Diese Idee der „gestützten“ Umsiedlung wird bereits seit einem Jahrzehnt in Biologenkreisen diskutiert. Sie ist zwar umstritten, gewinnt aber angesichts der globalen Erwärmung zunehmend an Boden.

Die Studie “Climate change impacts on bumblebees converge across continents” wurde im Science Journal veröffentlicht. Berichte darüber sind außerdem in mehreren Online-Medien erschienen, wie dem British Mirror oder der University of Vermont.

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