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Hummelgenom entschlüsselt

Wissenschaftliche Studie vergleicht Bestäuber-DNAs

05. Jun 2015
Hummelgenom entschlüsselt

Hummelgenom entschlüsselt

Ein globales Forscherteam unter der Leitung der Gruppe „Experimentelle Ökologie“ der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, hat das Genom von zwei wirtschaftlich bedeutenden Hummelspezies entschlüsselt – der europäischen Erdhummel Bombus terrestris und der amerikanischen Bombus impatiens.

Die Genome der beiden Spezies ähneln sich sehr und enthalten etwa 20‘000 Gene auf 18 Chromosomen. Bei der Analyse der Gene konzentrierten sich Ben Sadd, Seth Barribeau und 80 weitere Forscher in vielen Teilen der Welt auf das Immunsystem der beiden Hummelspezies. Sie fanden heraus, dass nur etwa 150 Gene bei der Immunantwort eine Rolle spielen. Damit haben sie ebenso wenig Immun-Gene wie die Honigbiene. Das Immunrepertoire von Fliegen und Mücken hingegen ist etwa doppelt so groß.

Diese Ergebnisse lassen Rückschlüsse darauf zu, warum die heutige Umwelt für Hummeln und Honigbienen schnell zur Gesundheitsbelastung werden kann. Denn im Vergleich zu Fliegen und Mücken ist ihr Immunsystem unterentwickelt, d.h. ihre Widerstandskraft gegen Bakterien und Pilze ist nur gering ausgeprägt. Aber nicht nur das schwache Immunsystem macht ihnen das Leben schwer. Die Forscher fanden auch heraus, dass Hummeln – ebenso wie Honigbienen – nur sehr wenige Gene besitzen, um die Entgiftung des Körpers zu regeln. Das lässt den Schluss zu, dass sie besonders anfällig für Umweltverschmutzung sind.

Diese Erkenntnisse legen den Grundstein für weitere Forschungen, um Bestäuber dabei zu unterstützen mit Stressfaktoren fertig zu werden.

Hummeln
Hummeln sind überall auf dem Erdball heimisch, außer in Subsahara-Afrika und Ozeanien. Durch die jüngsten Verluste bei den bewirtschafteten Honigbienenvölkern ist ihre wirtschaftliche Bedeutung gewachsen. Sowohl B. terrestris als auch B. impatiens werden kommerziell gezüchtet und international vertrieben.

Eine Zusammenfassung der Studie wurde im Portal des “Informationsdienst Wissenschaft” veröffentlicht:

Den kompletten Studienbericht (auf Englisch) finden Sie im Online-Magazin “Genome Biology”:

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