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Honigtherapie

Neue Studie zeigt die medizinischen Talente von „Dr. Biene“

18. Jun 2015
Honigtherapie

Honigtherapie

Die Honigbiene, Apis mellifera, hat diverse vorbeugende Strategien zur Krankheitsbekämpfung, darunter auch die Suche nach antibiotischen, antiviralen und antimykotischen Pflanzenprodukten. Aber ist sie auch in der Lage, eine Therapie gezielt auszuwählen?

Silvio Erler und seine Kollegen an der Martin Luther Universität Halle Wittenberg sind dieser Frage nachgegangen. Sie boten Ammenbienen, die mit dem Darmparasiten Nosema ceranae infiziert waren, eine Honigauswahl aus Scheinakazie, Sonnenblumen und Lindenblüten sowie einen Honigtauhonig, der aus den Absonderungen von Schild- oder Blattläusen erzeugt wurde. Alle diese Honigsorten sind für ihre antibiotische Wirkung bekannt. Das Ergebnis: Bienen mit einem höheren Infektionsgrad nahmen größere Mengen Sonnenblumenhonig auf, der die stärkste antimikrobielle Wirkung hat. Im Vergleich zu Lindenblütenhonig konnte der Verzehr von Sonnenblumenhonig den Infektionsgrad der Bienen um 7 Prozent senken.

Da Ammenbienen aber nicht nur Larven füttern, sondern auch andere Mitglieder des Bienenvolkes, könnte dieses Verhalten eine hochflexible Form medizinischer Behandlung für die einzelne Ammenbiene und das gesamte Volk darstellen, so die Schlussfolgerung der Autoren.

Interne Honigapotheke
Eine frühere Studie des Wissenschaftlerteams hatte bereits die Vermutung nahegelegt, dass einzelne Honigtypen gegen unterschiedliche Krankheiten wirken.  Während  Sonnenblumenhonig das Wachstum des Krankheitserregers der Amerikanischen Faulbrut eindämmen kann, ist Lindenblütenhonig wirksamer gegen Bakterien, die mit der Europäischen Faulbrut in Zusammenhang stehen.
 
Dabei die Honigvielfalt in den Depots eines Bienenvolkes darauf schließen, dass die Ammenbienen auf eine wohlgefüllte interne Honigapotheke zurückgreifen können. Erler und sein Team untersuchen nun, ob die Ammenbienen tatsächlich eine Arztfunktion im Bienenstock ausüben und ihren Artgenossen abhängig von der Infektionsart geeignete Honigtypen verschreiben. Wenn sich dies bestätigt, wäre die Honigtherapie ein wichtiges Instrument bei der Selbstmedikation eines Bienenvolkes. „Es würde bedeuten, dass den Arbeitsbienen im Stock eine maßgebliche Rolle zukommt: für die eigene Ernährung und bei der selektiven Honigverteilung an ihre Mitbewohner im Bienenstock“, so Erler.  

Angesichts der Stressfaktoren für die Honigbiene – Krankheiten, Klimawandel, Umweltverschmutzung und neue Agrartechniken – könnten sich diese medizinischen Fähigkeiten als sehr wertvoll erweisen, sagt Erler. „Imker können bestimmte Honigtrachten nutzen, um ihre Kolonien gegen bestimmte Krankheiten zu schützen.“

Die Webseite der BBC berichtete über die Studie “Pathogen-associated self-medication behavior in the honeybee Apis mellifera” von Silvio Erler et al. hier in ihrer  “Earth-Sektion”.

Hier geht es zur Kurzfassung dieser Studie.

Hier finden Sie die Kurzfassung der Studie aus dem vergangenen Jahr.

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