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Honigbienen schlagen zurück

Europäische Imker züchten erfolgreich Varroa-resistente Honigbienen

12. Mrz 2015
Varroa-Milben befallen Honigbienen, schwächen sie und verbreiten Krankheiten

Durch länderübergreifende Zusammenarbeit ist Imkern ein Durchbruch im Kampf gegen die Milbe Varroa destructor gelungen: Koordiniert durch die Arista Bee Research Stiftung haben Sie Honigbienen gezüchtet, die den Parasiten eigenständig bekämpfen.
In den resistenten Bienenvölkern spüren Arbeiterbienen die Varroa in den Brutwaben auf und töten befallene Bienenlarven. So rotten sie den Nachwuchs der Milbe aus, so dass der Schädling sich im Bienenstock nicht weiter ausbreiten kann und seine Anzahl nach und nach zurückgeht.


Die Varroa-Milbe ist auch der Hauptgrund für die diesjährigen Winterverluste und kann ohne Bekämpfungsmaßnahmen zum totalen Verlust einer Kolonie führen.

Das Säuberungsverhalten gegenüber der befallenen Brut wird Varroa Sensitive Hygiene, kurz VSH genannt, und an den Bienennachwuchs vererbt. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA hat dies als Ansatzpunkt erkannt und eine Methode entwickelt, VSH-tragende Drohnen in nordamerikanischen Honigbienenkolonien zu erkennen. Diese wurden gezielt zur Zucht verwendet und Testpopulationen mit dem VSH-Merkmal gegründet. Auf dieser Grundlage basiert das europäische Zuchtprogramm, das eine Gruppe europäischer Imker unter Leitung der niederländischen Arista Bee Research Stiftung im Frühling 2014 begonnen hat.

Über einhundert Bienenkolonien wurden in diesem Rahmen gegründet: Ein Viertel des Bestandes stammte aus der ursprünglichen USDA Population, den übrigen Anteil stellten europäische Honigbienen. Um sicherzustellen, dass eine ganze Kolonie das Merkmal VSH trägt, mussten die europäischen Bienen vor der Zucht zwei Kriterien erfüllen: eine geringe Milbeninfektion des Bienenstocks und ein ausgeprägtes generelles Reinigungsverhalten der Bienen. Für die Zucht haben die Imker eine Königin mit einer Drohne zusammengeführt, die das VSH-Merkmal trägt. Natürlicherweise paart sie sich mit zehn bis fünfzehn unterschiedlichen Partnern, um die genetische Vielfalt zu steigern. Durch die Selektion stellten die Imker also sicher, dass VHS-Verhalten vererbt wurde.

Die gezüchteten Kolonien wurden absichtlich mit Varroa infiziert und anschließend sich selbst überlassen. Ende des vergangenen Sommers haben die Imker dann untersucht, wie viele erwachsene Milben und Nachkömmlinge im Bienenstock vorhanden waren. Die Zahlen dienten als Indikator für die Ausprägung des VSH-Verhaltens.
Die Ergebnisse waren vielversprechend: Mehr als zwanzig der Kolonien zeigten ein sehr hohes Level der Varroa Sensitive Hygiene (75 Prozent). Der nächste Schritt des Zuchtprogramms wird es nun sein, 100 Prozent VSH-Verhalten in den Zuchtvölkern zu erlangen – ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Varroa destructor.

Lesen Sie die Pressemitteilung von Arista Bee Research: Great step forward in breeding Varroa Resistant Honeybees.

Lesen Sie mehr über die Arbeit der Arista Stiftung in unserem Artikel “Der Rauswurf der Milben”.

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