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Folgen eines milden Winters

Winterverluste von Honigbienen in 2014 sind stark regional geprägt.

31. Aug 2015
Die Verluste von Honigbienen in ganz Europa sind sehr heterogen.

Die Verluste von Honigbienen in ganz Europa sind sehr heterogen.

Wie Honigbienenvölker in Europa, Ägypten, Russland und der Ukraine den Winter 2014/15 überstanden haben, zeigt der aktuelle Bericht von der Organisation COLOSS (Prevention of honey bee COlony LOSSes). Er fasst die Überwinterungszahlen aus 31 Ländern statistisch zusammen: Von 469.249 kontrollierten Honigbienenkolonien haben 67.914 den Winter nicht überlebt – also 17,4 Prozent. Die Winterverluste von Bienenkolonien waren insgesamt also doppelt so hoch wie im vorherigen Jahr.

In den einzelnen Länder zeigen sich aber gravierende Unterschiede: „Die Situation in ganz Europa ist sehr heterogen“, sagt Peter Trodtfeld, Imker und Bienenexperte am Bayer Bee Care Center in Deutschland. Die Verluste der Honigbienenvölker schwanken zwischen fünf Prozent in Norwegen und über 36 Prozent in Belgien. Ein Grund dafür sind regionale Wetterunterschiede. Skandinavische Länder wie Norwegen haben eine lange Winterperiode, auf die ein kühles Frühjahr folgt. „Wenn es kalt ist, beginnt die Brutzeit der Bienen später. Das hat auch einen großen Einfluss auf die Vermehrungsrate der Varroa-Milbe“, erklärt Trodtfeld. Die Bienenvölker in kalten Regionen waren daher weniger stark von dem Parasiten befallen.

Der milde Winter in anderen Ländern hat die Vermehrung der Milbe dagegen begünstigt: Begann die Brutzeit der Bienen früh, konnten sich auch die Parasiten in den Wabenzellen einnisten – und hatten so mehr Zeit sich zu vermehren. Der Bayer-Experte sieht darin den Hauptgrund für die hohe Bienensterblichkeit in einigen Regionen: „Im Vergleich zu den vorherigen Jahren waren einige Bienenstöcke sehr früh stark befallen. Die Varroabehandlung kam dann oft zu spät, um geschädigte Kolonien zu retten.“

In Deutschland haben 21 Prozent der Bienenkolonien die kalte Jahreszeit nicht überlebt – weniger als noch im Frühjahr erwartet. Experten gingen im April von etwa 30 Prozent Völkerverlusten aus. „Es scheint, als wären wir noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Dennoch sind die Winterverluste in Deutschland fast drei Mal so hoch wie noch im vergangenen Jahr“, sagt Trodtfeld zu den Studienergebnissen von COLOSS. „Das zeigt, dass wir an unserer Überwinterungsstrategie noch weiter arbeiten müssen, um in den nächsten Jahren unsere Bienen erfolgreicher zu schützen.“

Die Vorbereitung für den Winter 2015/16 ist bereits in Gang. Dafür spielt die Arbeit der Imker eine große Rolle. Besonders wichtig ist eine effektive Varroabehandlung mit speziellen Milbenbekämpfungsmitteln – sogenannten Varroaziden. Aber auch durch eine gute Ernährung der Bienen kann der Imker seine Bienenvölker gesund halten und stärken.

Hier können Sie die vollständigen Ergebnisse der internationalen COLOSS Studie lesen.



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