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Einblicke aus der Bienenforschung

Internationale Bienenschutzkonferenz in Berlin

13. Apr 2017
Peter Trodtfeld (links) und Dr. Juliana Jaramillo auf der Internationalen Bienenschutzkonferenz in Berlin.

Der Reinigungsflug der Honigbienen hat sich in Deutschland zwischen 2005 und 2009 um rund 28 Tage nach vorne verschoben und fand in diesem Zeitraum damit deutlich früher statt als gewohnt. Der Flug zeigt, dass ein Volk nach wochen- oder monatelanger Winterruhe wieder aktiv wird und kann nur an den ersten warmen Tagen nach dem überstandenen Winter stattfinden. Dieses Ergebnis präsentierte Dr. Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums für Bienen der Bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, auf der Internationalen Bienenschutzkonferenz vom 28. – 29. März 2017 in Berlin. Unter den rund 500 Besuchern – überwiegend aus Deutschland – waren Imker, Politiker, Vertreter verschiedener Behörden, Forscher und Journalisten sowie Bienen-Experten von Bayer. Ihnen bot ein umfassendes Programm Überblick zu aktuellen Themen und Aktivitäten im Bereich Bienengesundheit und über den Nutzen von Bestäubern für die Landwirtschaft. Gastgeber der Veranstaltung waren Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft und Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbunds e.V..

Viele Umweltfaktoren können die Gesundheit von Honigbienen und Wildbienen beeinflussen – darunter die Verfügbarkeit von abwechslungsreichen Nahrungsquellen bei Honigbienen beziehungsweise von geeigneten Nistplätzen für Wildbienen, Bienenschädlinge und Krankheiten sowie landwirtschaftliche Maßnahmen. Diesen Themen widmet sich auch Bayer seit vielen Jahren intensiv in seinem Bee Care Programm, durch internationale Forschungsprojekte und Initiativen. Negative Auswirkungen auf das Wohlergehen der Bienen resultieren häufig aus einer Kombination verschiedener Faktoren. Kommen wir beispielsweise zurück zu klimatischen Veränderungen: Diese können Einfluss auf Flora und Fauna haben und unter anderem die Gesundheit von Bienen beeinflussen. Denn auch die Blütezeit einiger Pflanzen verschiebt sich und somit die Verfügbarkeit von Pollen und Nektar, die den Bienen Nahrung spenden. „Während Honigbienen von verschiedenen Pflanzen Nahrung sammeln, gibt es einige Wildbienenarten, die sich besonders stark auf eine Pflanzenart spezialisiert haben. Diese finden bei einer Verschiebung der Blütezeit gegenüber ihrer jährlichen Aktivitätsperiode unter Umständen nicht mehr zusammen und damit fehlt Nahrung für die spezialisierten Wildbienen“, erklärt Peter Trodtfeld, Bienenexperte und Imker am Bayer Bee Care Center.

Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, eröffnet die Veranstaltung.

Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, eröffnet die Veranstaltung.

Auch Bienenschädlinge, unter anderem Nosema und der Kleine Beutenkäfer – sowie Krankheiten wie Amerikanische Faulbrut waren ein wichtiges Thema in Berlin. „Der Schwenk der Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft ging deutlich von der Varroa-Milbe weg“, berichtet Trodtfeld. „Varroa giltzwar weiterhin als größte Gefahr für die Gesundheit der Europäischen Honigbiene, in den letzten Jahren gab es aber wenig konkrete Fortschritte im Kampf gegen diesen Parasiten“, erklärt er.

Ein weiterer Schwerpunkt der Bienenschutzkonferenz lag auf dem Nutzen von Bienen für die Landwirtschaft. Ein wichtiger Aspekt: „Die Tendenz bei landwirtschaftlichen Betrieben geht überwiegend weg von Kleinbauern mit verschiedenen Anbaukulturen hin zu spezialisierten Großbetrieben, die zum Teil Monokulturen anbauen. Das kann zu einem Verlust der Artenvielfalt von Bestäubern beitragen“, reflektiert Dr. Juliana Jaramillo, Wissenschaftlerin am Bayer Bee Care Center.

Bestäuber spielen weltweit eine wichtige Rolle bei der Produktion vieler Nahrungsmittel. Rund 75 Prozent der wichtigen Nutzpflanzen weltweit hängen zumindest teilweise von der Bestäubung durch Insekten ab. Diese Bienen tragen pro Jahr etwa 235 – 577 Milliarden US Dollar zu der globalen Wirtschaft bei – also bis zu 8 Prozent der Gesamtproduktion. Dr. Jaramillo resümiert die weiteren Ergebnisse, die auf der Bienenschutzkonferenz vorgestellt wurden: „Der Anteil von Nutzpflanzen, die von Insektenbestäubung abhängig sind, ist in Nordamerika am größten.“ Manche Pflanzen können auch vom Wind bestäubt werden. Dennoch profitieren viele Pflanzen von Insekten: „Die Ertragssteigerung durch Insektenbestäubung ist in Asien und Afrika besonders hoch. Landwirte in Europa profitieren beim Anbau von Nutzpflanzen relativ gesehen am wenigsten von Insektenbestäubung.“

Die Bienenschutzkonferenz in Berlin trug dazu bei, Bienenforscher enger miteinander zu vernetzen. Gemeinsam gilt es, die Gesundheit von Bestäubern zu verbessern, um die Bestäubungsleistung zu erhalten und die Nahrungsproduktion von morgen zu sichern.

Weitere Informationen

Hier finden Sie das Programm der Bienenschutzkonferenz in Berlin.

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