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Doppelte Power: Wildbienen helfen Honigbienen

Effizientere Mandelbestäubung durch Artenvielfalt

27. Apr 2016
Lebensraum für verschiedene Bestäuberarten kann auf Mandelplantagen dazu beitragen, die Bestäubungsleistung der Honigbienen zu ergänzen

Lebensraum für verschiedene Bestäuberarten kann auf Mandelplantagen dazu beitragen, die Bestäubungsleistung der Honigbienen zu ergänzen

Je mehr unterschiedliche Wildbestäuber auf Mandelplantagen Nahrung sammeln, desto sicherer sind die Erträge des Farmers: Sein jährliches Einkommen steigt um bis zu 68 Prozent. Das Risiko unsicherer Erträge sinkt um 20 Prozent – im Vergleich zu Plantagen mit geringer Bestäubervielfalt. Diese Ergebnisse stellte Yuki Henselek, Doktorandin für Umweltökonomie an der Universität Freiburg, auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) in Göttingen vor. Wildbestäuber sind, so Henselek, eine „Einkommensversicherung“ für Mandelbauern.

Kalifornien ist weltweit der größte Mandelerzeuger. Henseleks Ergebnisse basieren auf einer Studie, die auf 23 Mandelplantagen in Sacramento Valley, Kalifornien, durchgeführt wurde. Professorin Alexandra-Maria Klein, Vizepräsidentin der GfÖ und Professorin in Lüneburg und Freiburg, hat die Arbeiten 2008 initiiert – in Zusammenarbeit mit Professorin Claire Kremen von der University of California in Berkeley. Henselek fasste auf der Tagung zusammen, „dass es unwahrscheinlicher ist, besonders geringe Erträge zu erzielen, wenn nicht nur die gezüchteten Honigbienen, sondern auch die wilden Bestäuber da sind.“

MandelblüteWie aber erreichen Landwirte, dass neben Honigbienen auch Wildbienen auf ihren Mandelplantagen aktiv werden? Das übliche Vorgehen bei der Mandelbestäubung ist laut Dick Rogers, Principal Scientist und Entomologe bei Bayer, die Plantage mit so vielen Honigbienen wie möglich zu „fluten“ – in der Hoffnung, dass der intensive Wettkampf um Blüten zu einer höheren Bestäubungsrate führt. Wildbienen auf die Mandelplantagen zu locken, ist dagegen eine größere Herausforderung: „Die Monokultur wird üblicherweise auf großen Plantagen mit dicht bepflanzten Bäumen angebaut und bietet nur einen begrenzten Lebensraum für Wildbienen. Wildbienenarten sammeln ihre Nahrung in der Nähe ihres Nistplatzes. Um eine ausreichende Bestäubung zu gewährleisten, müssen also viele Nistplätze über die Plantage verteilt sein“, sagt Rogers.

Deshalb gilt es, den Fokus zu erweitern: „Die Frage ist, wie Mandelbauern und Imker eine Strategie entwickeln können, damit andere Bienenarten zusammen mit Honigbienen aktiv werden“, sagt Rogers. Er erklärt, dass kleine Veränderungen in der Landschaft – wie etwa der Anbau von Blühstreifen – Mandelbauern helfen, verschiedene Bestäuber anzulocken. Basierend auf der kalifornischen Studie bestätigt auch Henselek, dass ein großer Anteil natürlicher Vegetation zu einer höheren Artenvielfalt führt, die wiederum die Bestäubung steigern kann.

Weitere Informationen

Lesen Sie hier die Auszüge aus den Ergebnissen, die auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie vorgestellt wurden.

ier können Sie die Studie “Synergistic Effects of Non-Apis Bees and Honey Bees for Pollination Services” lesen, die 2013 von der Royal Society veröffentlicht wurde, sowie den Artikel der UC Davis.

Professorin Alexandra-Maria Klein hat auch gemeinsam mit Bayer daran gearbeitet, Wissenslücken über die Bestäubung von Kulturpflanzen zu schließen.

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