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Bedrohung auf sechs Beinen

Invasive Ameisen aus Südamerika übertragen tödliche Viren

07. Jan 2016
Ameisen können Viren in sich tragen, die für andere Insekten tödlich sind

Ameisen können Viren in sich tragen, die für andere Insekten tödlich sind

Invasive Insektenarten wie die Argentinische Ameise Linepithema humile können neuartige Krankheitserreger in eine Region einschleppen und einheimische Insekten infizieren. Forscher der Victoria University of Wellington und dem Institute of Environmental Science in Neuseeland haben jetzt erstmals erforscht, welche Viren die Ameisen übertragen. Dabei entdeckten sie ein neuartiges Virus: Liniepithema humile virus (LHUV-1). In Neuseeland trugen die Ameisen außerdem das bereits bekannte Deformed Wing Virus (DWV) in sich, das für Honigbienen tödlich enden kann. Veröffentlicht wurde die Studie von der Royal Society.
 
Die Argentinische Ameise, eine der weitverbreitetsten invasiven Ameisenarten, lebt in großen Kolonien. Krankheitserreger können sich dadurch schnell zwischen den Ameisen ausbreiten. Darüber hinaus können diese auch andere Insektenarten infizieren: Etwa wenn Ameisen Bienenstöcke überfallen, können sie Viren auf Honigbienen übertragen.
 
Um herauszufinden, welche Viren die Ameisen übertragen, sammelte das Forscherteam Proben von Argentinischen Ameisen aus Neuseeland, Australien sowie aus dem Ursprungsland Argentinien. Im Labor fahndeten sie RNA- und DNA-Proben der Insekten nach Spuren von Viren-Erbgut. Die Ameisen aus allen drei Ländern waren mit LHUV-1 infiziert. Wenn die Ameisen die Krankheitserreger schließlich auf andere Insektenarten übertragen, können diese ganze Populationen dahinraffen. Davon könnten auch Honigbienenvölker betroffen sein.
 
In Neuseeland bedrohen die Argentinischen Ameisen die Gesundheit von Honigbienen besonders akut, denn dort übertragen sie auch DWV. Dieses Virus hat bei Honigbienen schwere Auswirkungen: Infizierte Bienenlarven bilden verkrüppelte Flügel und sind nach dem Schlupf nicht überlebensfähig. Die Wissenschaftler führten weitere Test durch und fanden heraus, dass DWV in den Arbeiter Ameisen vermehrt. Bei den Königinnen fanden die Forscher das Virus zum Zeitpunkt der Untersuchung dagegen nicht.
 
Diese Studie verdeutlicht, dass invasive Arten wie die Argentinische Ameise eine indirekte Bedrohung für einheimische Insekten darstellen können und weiter erforscht werden müssen. Die neuseeländischen Forscher wollen ihre Studie ausweiten und untersuchen, ob und welche anderen Insektenarten auf der Welt LHUV-1 übertragen. Außerdem wollen sie die Eigenschaften des neuartigen Virus genauer untersuchen. Dieses Wissen könnte in Zukunft dafür genutzt werden, Lösungen zu finden, um die Ausbreitung der Viren zu stoppen.
 
Dennoch könnte LHUV-1 aber auch Potenzial bergen: Die Untersuchungen zeigten auch, dass das Virus sich in den Ameisen vermehrt. Die Forscher vermuten daher, dass die Insekten  auch an dem Erreger erkranken und dies mit einigen Populationseinbrüchen der Art in Zusammenhang steht. Das Virus könnte folglich vielleicht zur biologischen Kontrolle der Argentinischen Ameise genutzt werden.

In der wissenschaftlichen Publikation der Royal Society finden Sie weitere Informationen.
 
Lernen Sie auch das Institute of Environmental Science und die Victoria University of Wellington kennen.
 
In unserem BEENOW Magazin erfahren Sie mehr über andere invasive Arten, die Honigbienen gefährden.


Bildquelle: Flickr
Photo: Matthew Townsend
Lizenz: CreativeCommons

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