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Auszeichnung für die Wissenschaft: Gold für Bienen­gesundheit

90. Jahrestagung der AG der Institute für Bienen­forschung e.V.

27. Mrz 2017
Doktorandin Marion Zaworra (links) und Post-Doktorandin Dr. Gillian Lee Hertlein besuchten die Veranstaltung in Celle.

Doktorandin Marion Zaworra (links) und Post-Doktorandin Dr. Gillian Lee Hertlein besuchten die Veranstaltung in Celle.

Außergewöhnliche Leistungen: Dr. Eva Rademacher von der Freien Universität in Berlin erhielt auf der 64. Jahrestagung der AG der Institute für Bienenforschung e.V. eine goldene Medaille. Mit dieser Auszeichnung ehrte der Deutsche Imkerbund e.V. ihre herausragende Arbeit bei der Suche nach effektiven Methoden zur Bekämpfung der parasitischen Varroa-Milbe, die Honigbienenvölker in vielen Ländern schwächt. Diese Preisverleihung rundete den ersten Tag der Konferenz vom 14. bis 16. März 2017 in Celle ab, an der etwa 200 Forscher, Imker und andere Interessensvertreter teilnahmen und neueste Ergebnisse aus der Bienenforschung teilten. Die Experten fokussierten sich am ersten Tag auf ökologische Themen wie Wildbienen, Insektenbestäubung und die Ernährung von Bienen. Ein weiterer Aspekt war nachhaltige Land­wirtschaft, unter anderem die Anwendung von Pflanzen­schutzmitteln.

Und es gab noch einen weiteren Anlass zu feiern: das 90-jährige Jubiläum des Instituts für Bienenkunde in Celle, das das umfangreiche Wissen und die Erfahrungen im Bereich Bienengesundheit des Instituts verdeutlicht. Die Festveranstaltungen am ersten Abend eröffnete Christian Meyer, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Niedersachsen. In seiner Rede betonte er, dass es wichtig sei, die Gesundheit von Honigbienen zu unterstützen. Darüber hinaus thematisierte Professor Dr. Eberhardt Haunhorst, Präsident des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und Veranstalter der diesjährigen Tagung, die aktuelle Situation und die Zukunft der Bienenforschung. Es folgten Reden von Vertretern der Bieneninstitute und Imkervereine.

Marion Zaworra sprach über Entgiftungs­mechanismen bei Honigbienen.

Das Programm der beiden darauf folgenden Tage behandelte unter anderem Forschungen zu Bienenprodukten wie Wachs und Honig. Experten tauschten auch ihren Wissensstand über die Genetik von Honigbienen aus sowie über Zucht, Physiologie und das Verhalten von Bienen. „Der Dialog zwischen den Teilnehmern war sehr intensiv, vor allem in den Pausen zwischen den Vorträgen“, berichtet Peter Trodtfeld, Bienenexperte und Imker am Bayer Bee Care Center. Er war einer von wenigen Stellvertretern aus der Industrie auf der Jahrestagung. „Als Entwickler von neuen Produkten für die Bienengesundheit und von Pflanzenschutzmitteln ist es für uns wichtig, in der Forschung auf dem Laufenden zu bleiben“, berichtet Trodtfeld weiter.

Der Diskurs auf der Veranstaltung behandelte einige hoch innovative Forschungsergebnisse: Die Doktorandin Marion Zaworra hielt eine Präsentation über die Entgiftungsmechanismen von Honigbienen. Sie erklärte, dass eine bestimmte Enzym-Familie beim Abbau von chemischen Verbindungen beteiligt ist. Diese Enzyme im Stoffwechsel der Honigbienen bauen auch bestimmte Insektizide ab. „Die Ergebnisse unseres Teams werden dazu beitragen, die Sicherheit für Bienen in der Landwirtschaft zu verbessern. Die Entgiftungsmechanismen zu kennen, erleichtert die Entwicklung von neuen ‚bienenfreundlichen’ Pflanzenschutzmitteln“, erklärt Zaworra. Sie promoviert seit 2014 an der Universität Bonn und forscht in der Insektizidforschung bei Bayer. „Mein Vortrag war der einzige zu diesem Thema. Es war toll zu sehen, wie groß das Interesse der Zuhörer war, die auch viele Fragen stellten“, sagt Zaworra.

Bayers Post-Doktorandin Dr. Gillian Lee Hertlein sprach über die Resistenzmechanismen der Varroa-Milbe gegenüber Pyrethroiden – einer Klasse von Insektiziden. Wenn Imker synthetische Produkte zur Behandlung der Varroa-Milbe nicht im Wechsel einsetzen, können die Schädlinge resistent dagegen werden. Glücklicherweise deuten erste Monitoring-Studien darauf hin, dass solche Resistenzen in Deutschland nicht weit verbreitet sind. Bayer präsentierte außerdem das Varroa-Gate (PolyVar® yellow) – ein neues Produkt zur Varroa-Bekämpfung, das gerade in Deutschland zugelassen wurde, um Varroa effizienter bekämpfen zu können. Die Zulassung in weiteren europäischen Ländern steht bevor.

Neben der Varroa-Milbe gab es weitere Themen auf der Jahrestagung: Die Forscher thematisierten zum Beispiel globale Faktoren, die Bienengesundheit beeinträchtigen können, darunter Bienenschädlinge wie der Kleine Beutenkäfer und Krankheiten, beispielsweise Amerikanische Faulbrut. Trodtfeld schätzte die wissenschaftliche Tiefe der Veranstaltung: „Alle Diskussionen basierten auf fundierten Forschungen und nicht nur emotionalen Argumenten.“ Er ist überzeugt, dass diese Tagung den Bund zwischen Wissenschaft und Industrie weiter gestärkt hat. In enger Zusammenarbeit können beide Seiten neue Lösungen zur Verbesserung der Bienengesundheit erarbeiten.

Weitere Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen zu der 64. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V.

Erfahren Sie mehr über Marion Zaworras Forschung: „Auf der Jagd nach den Enzymen“

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