Willkommen bei Bayer bee care

Produktsicherheit auf dem Prüfstand

Versuchsstation Gut Höfchen: Sicherheit von Pflanzenschutzmitteln für Bienen gewährleisten

Nutzpflanzen sind eine wichtige Grundlage für die menschliche Ernährung. Aus diesem Grund brauchen Landwirte effektive Pflanzenschutzmittel, um ihre Ernten vor zerstörerischen Schädlingen, Unkräutern und Krankheiten zu schützen. Doch ebenso wichtig für satte Erträge: gesunde Bestäuber wie Honigbienen und Hummeln. Deshalb müssen Pflanzenschutzprodukte so wirken, dass sie den Bestäubern nicht schaden. Bayer nutzt die Versuchsstation Gut Höfchen, um Freilandversuche als Teil des Testverfahrens zur Bestäubersicherheit durchzuführen.


Versuchsstation Gut Höfchen: Sicherheit von Pflanzenschutzmitteln für Bienen gewährleisten

Auf einen Blick

// Gut Höfchen ist der älteste Versuchshof von Bayer.

// Dort wird die Sicherheit von neuen Pflanzenschutzmitteln für Bienen und ihre Völker getestet.

// Halbfreilandversuche unter Zelten untersuchen, wie sich ein neues Produkt unter Extrembedingungen auf Bienen auswirken kann.

// Untersucht werden die akute Toxizität und mögliche Langzeitwirkungen.


Es ist Frühling, und in den riesigen weißen Zelten, die in der blühenden Apfelplantage stehen, summt es laut: Tausende Honigbienen schwirren hier auf der Suche nach Pollen und Nektar umher. Die Insekten fliegen dort Bäume an, die ein neuer Wirkstoff vor Pilzinfektionen schützt. Im Anschluss beobachten und analysieren Forscher, ob die Fungizid-Anwendung nützliche Bestäuber auf irgendeine Weise beeinträchtigt.

Die Sicherheit für Bienen ist eines der wichtigsten Kriterien für die Marktzulassung von Pflanzenschutzmitteln.

Bayer führt viele dieser Versuche für eigene Herbizide, Fungizide und Insektizide auf dem Versuchsgut Höfchen bei Burscheid im Bergischen Land durch. „Wir haben mehr als 60 Jahre Erfahrung bei der Prüfung, ob Pflanzenschutzmittel für Nutzinsekten wie Honigbienen unbedenklich sind“, sagt Dr. Dirk Ebbinghaus, Versuchsstellenleiter von Bayer im Bereich Crop Science. Sein 17-köpfiges Team untersucht unter anderem in Halbfreilandversuchen, ob ein Pflanzenschutzmittel Honigbienen und deren Völker beeinflusst: Versuchstechniker tragen das Pflanzenschutzmittel auf einem Testfeld von etwa 50 Quadratmetern blühender Pflanzen auf und spannen darüber ein weißes Zelt. Darin positionieren sie einen Bienenstock mit bis zu 3.000 Honigbienen. Das Zelt verhindert, dass die Insekten entfliehen und sich außerhalb des Versuchsfelds auf Nahrungssuche begeben. So simulieren die Forscher den „worst case“: Die Bienen sammeln zwölf Tage lang ausschließlich Nektar und Pollen behandelter Pflanzen – und tragen so die größtmögliche Menge an Wirkstoff zusammen. „Die akute Toxizität bestimmen wir an der Mortalität der Arbeiterinnen“, erklärt Dr. Ebbinghaus. „Normalerweise leben die Arbeiterinnen der Honigbiene bis zu sechs Wochen. Wenn die Bienen schon nach wenigen Tagen oder Stunden sterben, kann das Mittel nicht in blühenden Kulturen, die von Bienen besucht werden, verwendet werden.“ Für das Team von Dr. Ebbinghaus ist auch entscheidend, ob die Bienenbrut nach dem Versuch unbeschadet schlüpft, denn die jungen Bienen werden gebraucht, um weiterhin ein starkes Volk zu bilden.

Bee tents in the field

In dem Meer von Phazelien-Blüten werden neue Produkte getestet. Honigbienenkolonien unter den Zelten sammeln Futter von den behandelten Blüten.

Neben den unmittelbar sichtbaren Auswirkungen beurteilen die Experten in anderen Versuchstypen auch potenzielle Langzeitfolgen. „Wenn im behandelten Stock weniger Bienen den Winter überleben als in den Vergleichskolonien, schwächt die Testsubstanz die Bienen möglicherweise“, erklärt der Bayer-Experte. Das Team prüft die Testsubstanzen in jedem Versuch randomisiert mindestens dreimal. Anschließend werden die Ergebnisse an die Umweltexperten in der Zentrale geleitet, wo die Daten analysiert werden. Diese Experten haben auch den Bienenlarven-Test entwickelt (siehe Seite 50 „Bienenschutz für künftige Generationen“). Die intensiven Tests sind langwierig, aber unerlässlich, um die Produktsicherheit zu garantieren. Von den ersten Laboruntersuchungen bis hin zur Marktreife können bis zu zehn Jahre vergehen. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir auch zugelassene Produkte erneut testen, um die Sicherheit für Bestäuber zu verifizieren, wenn seitens der Umweltbehörden neue Fragen aufkommen“, so Dr. Ebbinghaus. Sein Team ist auch in die Entwicklung ähnlicher Tests für Hummeln involviert – in enger Zusammenarbeit mit Kollegen aus Bayers Ecotoxicology Department.

Bayer betreibt den Versuchsbetrieb seit 1940 – ein Jahr später stand dort bereits das eigene Bienenhaus. Heute wird aber nicht nur die Sicherheit von Pflanzenschutzmitteln auf Gut Höfchen getestet – auch neue Technologien zur sicheren Anwendung der Mittel stehen auf dem Prüfstand. Zum Beispiel untersuchten die Experten auch die Dropleg-Technologie, mit der Spritzmittel von unten appliziert werden, wodurch die Anwendung die Exposition von Bienen weiter verringert (siehe auch Artikel „Tiefergelegter Schutz“, BEENOW 2015). „Nahezu alle Produkte und Technologien, die Bayer für die Landwirtschaft macht, testen wir hier bis ins Detail“, resümiert der Versuchsstellenleiter. Und das hilft den Bienen und Landwirten gleichermaßen.


Ausblick

Bayer arbeitet stetig daran, Pflanzenschutzmittel noch sicherer für Bestäuber zu machen. Die Versuchsstation interessiert sich schon lange für Bienen, die zunächst nur bei der Bestäubung von Obstbäumen helfen sollten. Heute werden die nützlichen Insekten auch für die Prüfung von Pflanzenschutzmitteln und neuen Technologien genutzt, um so die für sie sichere Anwendung zu prüfen.




Back To Top