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Wissenswertes über Bienen

Seit Tausenden von Jahren halten Menschen die Honigbienen als Nutztiere. Sie sind bis heute ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaften.

Nicht nur in Deutschland ist der wirtschaftliche Nutzen durch die Bestäubungsleistung der Bienen um ein Vielfaches größer als der Wert des Honigs, den sie erzeugen. Damit wir auch weiterhin von der nützlichen Leistung der Bienen profitieren können, ist es unsere gemeinsame Aufgabe, für ihr Wohlbefinden zu sorgen. Doch dazu ist es wichtig, mehr über ihre Verhaltensweisen, ihre Haltung und ihre physiologischen Besonderheiten zu wissen.

In einem Bienenvolk leben drei verschiedene Arten von Honigbienen, die sich in ihrer Größe unterscheiden.

  • Das wichtigste Tier jeder Honigbienenkolonie ist die Königin. Sie legt täglich bis zu 2.000 Eier und wird 1 – 5 Jahre alt.
  • Die Versorgungsaufgaben im Bienenvolk werden von bis zu 60.000 weiblichen Arbeitsbienen erledigt. Ihre Lebenserwartung beträgt im Sommer etwa 3 – 6 Wochen.
  • Mehrere Hundert Drohnen leben nur während der Sommermonate und dienen ausschließlich der Begattung der Königin.
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Honigbienen suchen ihre Nahrung in einem Umkreis von 3 bis 4 km um ihren Stock herum. Auf den Menschen übertragen hieße dies, für die Nahrungsbeschaffung rund 2.500 km zu reisen.

Bienen gelten weltweit als einer der wichtigsten Bestäuber unserer Pflanzen. Hierbei vollbringen sie wahre Meisterleistungen: So müssen sie zum Beispiel rund 2 Millionen Blüten anfliegen, um ein halbes Kilogramm Honig zu produzieren. Und das bei einer Lebensdauer von nur 3 bis 6 Wochen im Sommer!

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Bienen und Pflanzen leben in einer symbiotischen Partnerschaft, die sich über Jahrmillionen entwickelt hat. Beide profitieren voneinander. Die Biene erhält von der Pflanze ihre wichtigsten Nahrungsmittel – Nektar und Pollen – und organisiert im Gegenzug den Bestäuber-Service.

I Der Aufbau vieler Blüten hat sich im Zuge der Evolution perfekt an die Bedürfnisse der Biene als Bestäuber angepasst: Um an den Nektar zu gelangen, muss die Biene an den Staubblättern entlangstreifen, wobei sie mit ihrem Haarkleid automatisch Pollen aufnimmt. Den trägt sie im Flug von Blüte zu Blüte mit sich. Besucht sie die nächste Pflanze, bleibt der Pollen an der klebrigen Narbe hängen. Die Blüte ist jetzt bestäubt. Einer einzelnen Biene gelingt diese Bestäubung bis zu 1,000 Mal am Tag.

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Die Honigbiene hat sich wiederum an ihren Nahrungsversorger angepasst: Ihre Mundwerkzeuge sind für die Aufnahme von Nektar und Honigtau in der Blüte bestens ausgebildet: Unterkiefer und Unterlippe bilden zusammen den sogenannten Saugrüssel, der im Inneren der Blüte ausgefahren wird. Mit seiner Hilfe kann die Biene in die Tiefe der Blüte vordringen, um dort an den Nektar zu gelangen.

Die Bestäubungsleistung der Honigbiene erhöht bei vielen landwirtschaftlichen Kulturen Erträge und Qualität – und lässt sich in beeindruckende Zahlen fassen: Ihr Wert für die Landwirtschaft liegt weltweit bei mindestens 150 Milliarden Euro pro Jahr. Zu den Bestäubern gehören neben den Honigbienen auch verschiedene Wildbienenarten wie Hummeln, Solitärbienen, aber auch Schmetterlinge, Wespen, Käfer, Vögel und Fledermäuse.

Mit ihren Sehorganen kann die Biene weit mehr erkennen als nur hell und dunkel, bunt und schwarz-weiß. Ihr Sehapparat liefert ihr viele zusätzliche Informationen, die wichtig für ihr Überleben sind.

Hätten Sie gewusst:

Neben Bienen sind auch Wespen, Käfer, bestimmte Vogelarten und Fledermäuse wichtige Bestäuber.

So bilden die drei Punktaugen, die zwischen den beiden großen Facettenaugen liegen und wie ein auf der Spitze stehendes Dreieck angelegt sind, eine Art Sonnenkompass. Sie können die Lichtintensität messen und helfen der Biene bei der Einschätzung des richtigen Flugbeginns und -endes. Damit sind sie so etwas wie die innere Uhr der Biene.

Die rund 4.000 Einzellinsen (Ommatidien), aus denen die zwei großen Facettenaugen der Biene bestehen, registrieren jeweils nur einen winzigen Bildpunkt und sind völlig unbeweglich. Im Gehirn der Biene werden die Signale der Einzelaugen zu einem mosaikartigen Gesamtbild zusammengefügt. Dies hat im Vergleich zum menschlichen Sehen Vor- und Nachteile: Bienen verfügen über einen weitaus größeren Blickwinkel als wir Menschen – und das, ohne den Kopf zu drehen. Dafür besitzen sie aber kein sehr ausgeprägtes räumliches oder gegenständliches Sehen. Der komplexe Vorgang des Sehens erfordert Zeit: Um ihre Umwelt nicht nur als grob gemustertes, schwarz-weißes Bild wahrzunehmen, muss die Biene ihre maximale Fluggeschwindigkeit von bis zu 30 km/h drosseln. Nur im Schleichflug von ca. 5 km/h nimmt sie Farben wahr.

Eine Arbeitsbiene spricht nicht, um ihren Kolleginnen zu erklären, wo es leckeren Nektar und Pollen gibt – sie tanzt. Durch ihre Tänze kann die Biene den Weg zu Futterquellen beschreiben, die bis zu zehn Kilometer entfernt sind. Das ist auch für die richtige Einschätzung des „Reiseproviants“ wichtig: So nimmt jede Biene nur so viel Nahrung mit, wie sie bis zum Erreichen des Ziels benötigt.

Wussten Sie schon?

Das Bienenauge reagiert etwa viermal schmaler als ein menschliches Auge. Haben Sie sich nicht auch schon mal den vergeblichen Versuch unternommen, eine Stubenfliege zu fangen? Deren Auge funktioniert ähnlich wie das einer Honigbiene.

Daher sind Insekten meist einen Tick zu schnell für uns.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen „Tanzarten“, mit denen die Biene ihren Schwestern mitteilt, wo genau sie eine Futterquelle entdeckt hat. Die bekanntesten zwei Tänze sind der Rundtanz und der Schwänzeltanz.

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Liegt die Futterquelle weniger als etwa 100 Meter vom Stock entfernt, tanzt die Biene einen Rundtanz: Er gibt keine Auskunft über die exakte Entfernung und Richtung der Futterquelle, nur, dass sie sich in nächster Nähe des Bienenstocks befindet. Je länger und intensiver die Biene tanzt, desto besser ist die Futterquelle. Zwischendurch gibt sie den anderen Bienen eine Kostprobe des Nektars.

Ist die Futterquelle weiter als etwa 100 Meter vom Stock entfernt, muss die Wegbeschreibung genauer werden. Deshalb gibt die Tänzerin auch Auskunft über Entfernung und Richtung, in der die Futterquelle liegt. Dazu tanzt die Biene einen Schwänzeltanz – eine richtige „Geheimsprache“.

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Honig ist nicht gleich Honig. Das liegt vor allem daran, dass die Bienen ihn aus verschiedenen Zutaten gewinnen. Nektar ist der zuckerreiche Saft, der von den Nektarien der Blütenpflanzen abgesondert wird und aus dem die Bienen Blütenhonig produzieren. Der Energielieferant der Bienen ist auch bei den Menschen sehr beliebt.

1,6 Millionen Tonnen Honig ernteten die Imker aller Welt 2012. Davon produzierten die Honig-bienen in Asien knapp die Hälfte der Gesamtmenge. China exportiert mittlerweile rund 100.000 Tonnen des süßen Bienenprodukts.

Im Bienenstock leben nicht immer gleich viele Bewohner. Im Sommer sind es am meisten, mit einer Königin, bis zu 30.000 – 60.000 Arbeiterinnen und rund 300 – 3000 Drohnen. Im Winter findet man im Bienenstock nur die Königin mit etwa 5.000 – 10.000 Arbeiterinnen.

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Im Winter gilt bei den Honigbienen: gemeinsam gegen die Kälte. Die Tiere ballen sich im Stock zu einer großen Kugel zusammen, der sogenannten Wintertraube. Sie wärmen sich gegenseitig, indem sie ihre Flugmuskulatur zittern lassen. So halten sie eine wohlig warme Temperatur von etwa 20 bis 22 Grad Celsius aufrecht. Über die Kugelform verlieren sie sehr viel weniger Wärme, als würden sie sich in einer Quader- oder Zylinderform sammeln, denn die Kugel hat von allen Formen im Verhältnis zum Volumen die kleinste Oberfläche.

Wichtig ist, dass die Bienen xgesund und ausreichend stark sind. Denn schwache Kolonien haben im Winter schlechtere Überlebenschancen. Die Imker müssen deswegen schon im Herbst den Zustand der Völker (Varroa-Befall, Volksstärke) prüfen. Sie schauen, ob es den Bienen gut genug geht und helfen, falls nötig, nach.

Wussten Sie schon?

Wie bei uns Menschen gibt es auch unter den europäischen Bienenrassen erhebliche Abweichungen beim Tanz, die man auch als "Dialekte" der Bienensprache bezeichnet.

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