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Unterschätzte Gefahr

Der Darmparasit Nosema beeinträchtigt die Aktivität von Sammlerbienen

12. Aug 2015
Wenn Arbeiterinnen nicht mehr genug Pollen sammeln, schwächen sie den gesamten Bienenstock.

Wenn Arbeiterinnen nicht mehr genug Pollen sammeln, schwächen sie den gesamten Bienenstock.

Eine vergleichsweise harmlose Infektion mit dem Darmparasiten Nosema apis schwächt die Leistung von Honigbienen. Das haben Forscher an der University Western Australia herausgefunden. Sie haben beobachtet, wie sich die Infektion auf die natürliche Sammelaktivität von Honigbienen auswirkt. Dabei haben sie festgestellt, dass die kranken Bienen nicht die gleiche Leistung erbringen können wie gesunde Bienen. Die  Arbeiterinnen verbringen deutlich weniger  Zeit mit der Suche nach Pollen und Nektar und sie tragen pro Flug weniger Futter in den Stock.

Um das herauszufinden, haben die Bienenforscher Nosema-Sporen von kranken Arbeiterinnen entnommen und damit gesunde Arbeiterinnen gefüttert – und sie auf diese Weise künstlich infiziert. Dann haben die Experten Radiotransmitter auf die Bienen geklebt und sie zurück in den Stock gelassen. Auch gesunde Bienen haben sie mit einem Transmitter versehen. In jeder der vier Bienenkolonien wurden je 120 infizierte und gesunde Bienen so markiert und anschließend über mehrere Tage auf dem Feld verfolgt.
Insgesamt wurden in dem Experiment also Daten von 960 Arbeiterinnen gesammelt. Die Forscher beobachteten, wie aktiv die Bienen waren, wie sie sich orientierten, welche Blumen sie beflogen, wie lange ihr Flug andauerte und wie viele Pollenkörner sie dabei sammelten.

„Niemand hat zuvor auf diesem Level untersucht, wie sich einzelne Bienen verhalten, wenn sie krank sind“, sagte die Forschungsleiterin Dr. Lori Lach. Ihr Team fand heraus, dass sich das Sammelverhalten der infizierten Arbeiterinnen stark veränderte: Sie schwärmten später aus und starben früher. Die Anzahl ihrer Sammelflüge in der gesamten Lebenszeit nahm also nachweislich ab. Und auch wenn die Bienen ausschwärmten, trugen sie weniger Pollen mit sich.

„Die Nosema Art (Nosema apis), die wir in der Studie genutzt haben, wurde im Vergleich zu anderen Pathogenen und Parasiten lange unterschätzt. Und niemand hat zuvor die Auswirkungen von Nosema in so geringen Dosierungen untersucht“, so Dr. Lach. Die Forscher haben aber gezeigt, dass Nosema eine große Gefahr für Honigbienenvölker darstellt: Durch die eingeschränkte Sammeltätigkeit wird das gesamte Volk geschwächt. Aufgabe von Bienenforschern ist es jetzt, geeignete Maßnahmen gegen den Darmparasiten zu entwickeln.

In der wissenschaftlichen Studie „Parasitized honey bees are less likely to forage and carry less pollen” erfahren Sie alle Details zum Studienaufbau und den Ergebnissen.

Einen weiteren Artikel zu dem Thema können Sie auch bei ScienceDaily lesen.




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