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Praxis der Bienenhaltung für Überleben der Völker wesentlich

Zweijährige epidemiologische Studie in Europa hebt Wichtigkeit von imkerlicher Sachkunde und Bekämpfung von Bienenkrankheiten hervor

12. Apr 2017
Bei unerfahrenen Hobbyimkern war die Wintersterblichkeit doppelt so hoch wie bei professionellen Imkern.

Honigbienen sind äußerst effektive Bestäuber, die für die weltweite Landwirtschaft von großer Bedeutung sind. Berichte über erhöhte Verluste von Bienenvölkern in den vergangenen Jahren gaben deshalb Anlass zu einer Reihe von Studien in verschiedenen Ländern, die ermitteln sollten, welche Faktoren sich auf die Bienengesundheit auswirken. Doch trotz all dieser Studien kommt die Entwicklung unseres Gesamtverständnisses der Gesundheit der Honigbienen mangels länder­übergreifender Monitoring­projekte, die nach einheitlichen Studienprotokollen durchgeführt werden, nur schleppend voran. Die epidemiologische Studie in 17 europäischen Ländern basiert auf den Ergebnissen des EPILOBEE-Monitoring-Projekts, das vom Europäischen Referenzlabor für Bienengesundheit durchgeführt worden war. Die im März 2017 in PLOS ONE veröffentlichte Studie verdeutlicht den Wert derartiger Studien und kommt zu dem interessanten Ergebnis, dass die einschlägige Ausbildung und die Erfahrung der Imker, sowie eine gute imkerliche Praxis entscheidende Faktoren für das Überleben von Honigbienenvölkern sind.

Umfangreiches Erhebungsmaterial

Um mit den Verfassern zu sprechen, bestand das Ziel der Studie darin, „die wesentlichen Risikofaktoren für die Sterblichkeit von Honigbienenvölkern mithilfe von Daten aus dem ersten Monitoringprogramm zu ermitteln, basierend auf zufällig ausgewählten teilnehmenden Imkern und unter Verwendung standardisierter Methoden zur Untersuchung der Gesundheit der Bienenvölker, zum Beispiel der Diagnose  von Schädlingen und Krankheiten sowie der Dokumentation imkerlicher Praktiken in 17 europäischen Ländern“. Der geografische Umfang der Studie ist erheblich. Die Erhebungen begannen im Herbst 2012 und dauerten bis zum Sommer 2014. Durch zufällige Auswahl von Imkereien und Bienenvölkern in jedem der 17 Länder wurde eine repräsentative Anzahl Bienenvölker zusammengestellt. Die Sterblichkeitsraten wurden anhand der Daten der Imkereien berechnet, die jeweils dreimal in Folge erhoben wurden (vor und nach dem Winter und während der Bienensaison). Die jährliche Völkersterblichkeit wurde durch die Zusammenfassung der Winter- und Sommerverluste in 2.332 Imkereien im ersten und 2.426 Imkereien im zweiten Jahr berechnet. Bei jedem Besuch wurden die imkerlichen Praktiken und die klinischen Anzeichen für die wichtigsten Krankheiten der Honigbiene mithilfe eines Standardfragenkatalogs festgehalten. Die Ergebnisse dieser stringent durchgeführten Studie waren sehr aufschlussreich.

Imkerliche Praxis ist entscheidend

Bei Hobbyimkern mit wenigen Völkern und wenig imkerlicher Erfahrung lag die Wintersterblichkeit doppelt so hoch wie bei professionellen Imkern. Darüber hinaus zeigten die Honigbienen professioneller Imker während der Inspektionen keine Anzeichen von Krankheiten, während die Völker der Hobbyimker häufig Anzeichen von akutem Varroa-Befall aufwiesen. In der Gruppe mit der höchsten Wintersterblichkeitsrate waren die Imker über 65 Jahre alt, hatten in den vergangenen drei Jahren keine Fortbildungen besucht, führten keine Aufzeichnungen über ihre Bienenhaltung und hatten keine formale Qualifikation für die Imkerei. Im Gegensatz dazu waren die Imker im Cluster mit der niedrigsten Wintersterblichkeit 30 bis 45 Jahre alt, hatten in den vergangenen drei Jahren Fortbildungen besucht, gehörten einem Imkerverband an und besaßen mehr als fünf Jahre Erfahrung in der Bienenhaltung. Ein ähnliches Muster ergab sich für die Völkersterblichkeit während der Bienensaison.

Eindeutige Schlussfolgerungen

Die Studie verdeutlicht, dass zu den wichtigsten Faktoren zur Gewährleistung gesunder Bienenvölker das Fachwissen des Imkers sowie dessen Erfahrung und gute imkerliche Praxis zählen. Entsprechend empfehlen die Verfasser der Studie verstärkte Bemühungen um die Unterweisung von Imkern in guter Imkereipraxis und der Früherkennung von Bienenkrankheiten.

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