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Parasitenbahnhof Blume

Forscher entdeckten wie Honigbienen sich bei Blumen infizieren

16. Sep 2015
Auf der Suche nach Nahrung können Bienen auch gefährlichen Parasiten begegnen.

Honigbienen brauchen Blüten, um Nektar und Pollen zu sammeln. Forscher an der University California und der University Sussex fanden jetzt aber heraus:
Blumen können auch zu einer indirekten Gefahrenquelle für Honigbienen werden. Denn Parasiten wie Nosema apis oder Nosema ceranae fühlen sich zwischen den Blütenblättern äußerst wohl und lauern dort Sammlerbienen auf, die sie dann befallen. Diese Bienen tragen die Parasiten wiederum zu anderen Blumen, die zu einer Art Zwischenstation werden.

„Wir können davon ausgehen, dass eine häufig besuchte Blume entsprechend dicht von Parasiten bevölkert ist“, betont Peter Graystock, Postdoktorand beim Department of Etymology an der University of California und federführender Autor der Studie.
 
Die befallenen Arbeiterinnen schleppen den Parasiten nicht nur von Blüte zu Blüte, sondern auch mit in den Bienenstock. Dort wird er zur Gefahr für die Gesundheit der gesamten Kolonie: Nosema infiziert Honigbienen beispielsweise mit Durchfallerkrankungen. Graystock weist vor allem auf die Gefahr hin, die von kommerziell genutzten Honigbienenvölkern ausgeht, da sie die Ausbreitung von Schädlingen zusätzlich begünstigen. Er empfiehlt vor allem verstärkte Kontrollen. Aber nicht nur Honigbienen sind den Parasiten ausgesetzt, die auf den Blumen warten. Auch Wildbienen und Hummeln fallen in das Beuteraster von etwa Crithidia bombi oder Apicystis bombi, die die Forscher ebenfalls in den Blüten nachgewiesen haben.
 
Dort, wo nur wenig Blumen wachsen, tritt das Problem besonders stark auf, denn pro Blüte tummeln sich dann umso mehr Schädlinge. „Pflanzt man mehr Blumen, erweitert dies das Angebot für Bienen – und damit ließe sich die Parasitendichte verringern“, erklärt Graystock. Er untersucht jetzt, wie unterschiedliche Blumenarten zum Überleben und der Entwicklung von Bienen beitragen. Er möchte auch herausfinden, wie auch nützliche Mikroorganismen über Blüten ihren Weg in den Bienenstock finden.

Hier finden Sie die Meldung von AG Professional

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