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Kann Hygiene die Gesundheit im Stock verbessern?

Forscher studieren, ob Bienenzucht helfen kann, Kalkbrut zu minimieren

22. Apr 2016
Peter Trodtfeld, Bienenexperte und Imker am Bayer Bee Care Center in Monheim

„Durch die Zunahme an Monokulturen in einigen Regionen, müssen Imker noch stärker auf einen guten Standort mit einem vielseitigen Nahrungsangebot für ihre Bienenvölker achten, um diese gesund zu erhalten. Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen am Standort und starke Bienenvölker mit einer gesunden Königin unterstützen den Kampf gegen die Kalkbrut.“
Peter Trodtfeld, Bienenexperte und Imker am Bayer Bee Care Center in Monheim

Die Pilzerkrankung Kalkbrut, die Honigbienenlarven infizieren kann, hat sich in Australien in den letzten Jahren stärker verbreitet: Das Forscherteam der LaTrobe University in Melbourne beobachtete, dass der Pilzerreger selbst bei heißen und trockenen Wetterbedingungen aktiv bleibt. Das deutet darauf hin, dass sich die australische Kalkbrut-Art deutlich von den bislang bekannten Arten in Nordamerika und Europa unterscheidet. Dort tritt die Pilzerkrankung verstärkt bei feuchten und kühlen Witterungen Ende des Frühlings auf, die dazu führen können, dass die Temperatur im Brutnestbereich unter 35 Grad Celsius sinkt. Weitere bekannte Faktoren, die die Krankheit auslösen, sind eine hohe Luftfeuchtigkeit, Inzucht sowie ein geringes Hygieneverhalten der Bienen.

Steigende Temperaturen sind für das Wachstum des Pilzerregers normalerweise nicht optimal und er wird inaktiv. Der Pilz bleibt aber über mehrere Jahre infektiös und kann bei optimalen Bedingungen wieder auskeimen. Die Forscher wollen jetzt herausfinden, warum Kalkbrut in Australien zu einem solch akuten Problem herangewachsen ist. Die Doktorandin Jody Gerdts erklärt, dass es zurzeit noch keine erkennbaren Muster der neuesten Kalkbrut-Art gebe.

 
chalkbrood

Die Pilzsporen umwickeln Honigbienenlarven mit feinen Fäden und verwandeln sie in eine schwarz-graue Mumie.

Kalkbrut wurde in Australien das erste Mal in den frühen 1990er Jahren entdeckt. Bekannt ist, dass die Erkrankung von dem Pilz Ascophaera apis hervorgerufen wird. Bislang gehen Experten davon aus, dass präventive und akute imkerliche Maßnahmen die beste Verteidigung gegen die Krankheit bieten. Imker sollten ihren Völkern zudem einen Standort mit vielfältigem Nahrungsangebot zur Verfügung stellen, um sie gesund zu halten.

Gerdts und ihre Forscherkollegen entwickeln zudem einen weiteren Ansatz, um Kalkbrut zu bekämpfen: Sie versuchen aktuell „hygienische“ Honigbienen zu züchten, die ihren Stock selbstständig reinigen, indem sie infizierte Larven beseitigen. Gerdts weist darauf hin, dass solche gezüchteten Honigbienen mit ausgeprägtem Hygieneverhalten das Ausmaß einer Kalkbrut-Infektion und von anderen Pilzerkrankungen in Nordamerika bereits reduziert haben.

Weitere Informationen:

Erfahren Sie hier mehr über die Forschungen an der LaTrobe University .
Die australische Regierung bietet ebenfalls umfangreiche Informationen über Kalkbrut .
Außerdem finden Sie hier weitere Informationen über Kalkbrut und andere Honigbienenkrankheiten oder sehen Sie, wie ein Imker in den USA Bienen mit ausgeprägtem Hygieneverhalten züchtet .

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