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Hummeln in Alaska

Beschützer des subarktischen Ökosystems

22. Jul 2015
Hummeln in Alaska

Hummeln in Alaska

Alaska ist nicht gerade ein Ort, an dem man eine geschäftige Hummelpopulation erwarten würde. Kein Wunder also, dass die Forscher der Hummel im hohen amerikanischen Norden bislang nur wenig Beachtung geschenkt haben. Eine neue Studie trägt dazu bei, die Wissenslücken zu schließen.

In den Agrarregionen Alaskas spielen einheimische Bestäuber eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Ökosystems. Dies gilt möglicherweise umso mehr für den örtlichen Ackerbau. Ein Forscherteam der Universität von Alaska Fairbanks und dem amerikanischen Agrarministerium (USDA) hat daher jetzt in mehreren Agrarregionen von Alaska eine zweijährige Studie durchgeführt. Ziel der Forschungsarbeit war es, einen Überblick über den Vitalitätszustand der Populationen zu gewinnen bzw. zu ermitteln, ob Maßnahmen zur Erhaltung der Hummeln erforderlich sind. Die Studienergebnisse enthalten Grundlagendaten über die Hummelarten, ihre Verteilung und saisonale Biologie sowie über ihre Parasiten. Die Daten sollen dazu beitragen, Berichte über den Rückgang der Hummel in Nordamerika einzuordnen und zu verstehen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Studie lag auf der westlichen Hummel, Bombus occidentalis. Einst war sie die meist verbreitete Hummelspezies an der Westküste. Heute ist sie im pazifischen Nordwesten auf dem Rückzug. In den untersuchten Regionen Alaskas ist sie jedoch verhältnismäßig häufig zu finden. Leider ergab die Studie aber auch, dass Alaskas Hummelpopulation vom Darmparasiten Nosema sowie von Sozialparasiten und Nematoden befallen ist.


Dr. Rehanon Pampell, Leitautorin der Studie, sieht die vorliegende Arbeit als erste Etappe einer langen Reise. „Zusätzliche Forschungen sind erforderlich, um genauere Kenntnisse über Biologie, geographische Verteilung und den Beitrag der Hummel zur Landwirtschaft in Alaska zu gewinnen und die möglichen Auswirkungen von Endo- oder Sozialparasiten auf die dortige Hummel zu verstehen,“ so Pampell.


Die alaskische Hummel

Alaskische Hummeln sind faszinierende Lebewesen: Sie sind stark an ihre Umgebung angepasst, so dass sie auch bei Schneefall, bei Temperaturen von bis zu -3,6°C, bei Dunkelheit und oberhalb der Baumgrenze beobachtet wurden. Hummeln sind ausgezeichnete Bestäuber, insbesondere für die alaskischen Beerenarten. Viele der Nüsse, Beeren und Samen, die einheimischen Vögeln, Säugetieren und Insekten als Nahrung dienen, sind das Ergebnis der Bestäubung von Bäumen und Sträuchern durch Hummeln.

Ein Artikel über die Studie ist auf ScienceDaily erschienen, einer Webseite für Nachrichten aus der Welt der Wissenschaft.

Hier geht es zu dem Artikel: http://www.sciencedaily.com/releases/2015/06/150615132940.htm
Der Link zur kompletten Studie: http://bdj.pensoft.net/articles.php?id=5085

Autoren/Titel der Studie: Derek Sikes, Rehanon Pampell, Alberto Pantoja, Patricia Holloway, Charles Knight, Richard Ranft. Bumble Bees (Hymenoptera: Apidae: Bombus spp.) of Interior Alaska: Species Composition, Distribution, Seasonal Biology, and Parasites.

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