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Harte Zeiten für die Bienen

Canadian Sentinel Hive Study

26. Mrz 2015
Die Ergebnisse der Canadian Sentinel Hive Study zeigen: Viren sind allgegenwärtig – ihr Einfluss auf Bienengesundheit bedarf mehr Aufmerksamkeit.

Bayer Wissenschaftler und externe Vertragsforscher in Kanada haben mit Imkern zusammen Faktoren untersucht, die einen negativen Einfluss auf die Gesundheit von Bienen haben könnten. Die ersten Ergebnisse zeigen zwei Aspekte: Viren sind allgegenwärtig und ein Zusammenhang von Bienengesundheit und Neonikotinoiden konnte dagegen nicht gefunden werden.
Die Canadian Sentinel Hive Study fand von 2013 bis 2015 im Osten Kanadas statt und wurde 2014 bis 2015 auf den Westen des Landes ausgeweitet. Untersucht haben die Experten insgesamt 36 kontrollierte Bienenstöcke in Ontario, Quebec, Manitoba, Saskatchewan und Alberta.

Das Ziel beider Studien: durch quantitative und qualitative Langzeitbewertungen Veränderungen des Gesundheitszustandes der Bienen zu beobachten. Die Versuchs-Bienenstöcke wurden in der Nähe von Getreide-, Soja-, und Rapsfeldern platziert, deren Saatgut mit Neonikotinoiden behandelt worden ist. Die Bienen wurden also einer Umwelt ausgesetzt, die als sehr gefährlich erachtet werden könnte. Die Beobachtung und Kontrolle von Landschaft, Feldbedingungen sowie landwirtschaftlichen Praktiken war folglich ein wichtiger Bestandteil der Studien. Die Forscher haben in regelmäßigen Abständen Proben von Honig, Nektar, Wachs und Pollen entnommen, um Zeitpunkt, Frequenz und Ausmaß der Belastung mit chemischen Produkten festzustellen – insbesondere denen, die in Raps und Getreide eingesetzt werden. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen der Gesundheit des Bienenstocks und lokalen Umwelteinflüssen sowie landwirtschaftlichen Feldpraktiken herzustellen und zu beschreiben.

Vor der Aussaat wurde der Zustand der Bienenstöcke bewertet, um Informationen über die Anwesenheit und Gesundheit der Bienenkönigin und ihrer Brut zu erhalten. Auch die Erzeugnisse des Bienenstocks wurden präzise dokumentiert, ebenso wie sichtbare Anzeichen für Parasiten, Krankheitserreger oder Krankheiten. Insgesamt wurden in jeder Jahreszeit fünf dieser Bewertungen durchgeführt.

Die Sentinel Hive Study wurde noch nicht vollständig ausgewertet, aber die ersten Ergebnisse sind bereits aussagekräftig: „Es konnte kein direkter Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Neonikotinoiden und dem Gesundheitszustand des Bienenstockes hergestellt werden“, sagt Dr. John Purdy, Auftragsforscher und unabhängiger Studienleiter der Eastern Sentinel Hive Study. Er schilderte auch das größte Problem: „Alle gesammelten Proben von erwachsenen Bienen, vor allem geschädigte Bienen am Eingang zum Bienenstock, waren mindestens mit einem Virus infiziert. Außerdem wurden über 50 Prozent der untersuchten Bienen positiv auf drei oder mehr Viren getestet.“ Die Bienenstöcke wurden unter anderem auf Varroa destructor, Tracheenmilben, Nosema sowie auf Amerikanische und Europäische Faulbrut kontrolliert. Das am stärksten verbreitete Virus war das Sackbrutvirus. Als Hauptursache für den Schwund in Bienenkolonien hat sich in dieser Studie das Ausschwärmen der Bienen erwiesen: Durch den Verlust der Königin und einem Großteil der Drohnen, war das übrig gebliebene Bienenvolk wehrlos gegen Räuberei anderer Völker.

Die Studie im Westen Kanadas hat ergeben, dass die Verfügbarkeit und Qualität von Nahrung die Gesundheit der Honigbienenkolonie signifikant beeinflussen: „Mit Pollenanalysen haben wir die Herkunft der gesammelten Pollenkörnern festgestellt und konnten einen Umschwung von Baumpollen im Frühling zu Senfsorten und Klee im Sommer beobachten“, erklärt Maryam Sultan, Bayer CropScience Bee Health Partner und Beobachterin der Sentinel Hive Study. „In Gegenden, in denen die Bäume wegen eines feuchtkalten Frühlings keine Pollen bildeten, hat sich der Aufbau des Bienenstockes verzögert. In beiden Studien konnten wir deutlich sehen, dass Nähe nicht die treibende Kraft bei der Auswahl einer Pollenquelle ist.“ Weitere Studien werden jetzt geplant, um die Nahrungsanforderungen gesunder Honigbienenkolonien – auch für den kommerziellen Bestäubungsservice – besser zu verstehen.

Die Canadian Sentinel Hive Study ermöglicht es Bayer, in Zukunft aktiv an Interessensgruppen heranzutreten, um gemeinsam Initiativen zur Gesundheit der Honigbienen ins Leben zu rufen.

Lesen Sie mehr zum Thema Bienengesundheit und zur Studie 
 
Hier erfahren Sie mehr zu Initiativen für Bienengesundheit von Bayer CropScience
 
Informieren Sie sich über die Arbeit des Imkerbundes Ontario

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