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Erfolg der Evolution

Anti-Varroa-Gene

22. Okt 2015
Erfolg der Evolution: Bienen entwickeln Anti-Varroa-Gene

Die Forscher fanden die Überlebenskünstler in einem Wald nahe Ithaca, New York. Um herauszufinden, wie sie es geschafft haben, mit der Ankunft der Varroamilbe fertig wurden, verglichen die Wissenschaftler die Gene des Wildbienenvolkes mit der DNA von Bienen, die bereits 1977 in dem Wald gesammelt wurden.
 
Ihr Fazit: Die Bienen hatten sich in mehrfacher Sicht verändert. Die wohl interessanteste Veränderung hatte in einem Gen stattgefunden, das mit einem Dopaminrezeptor zusammenhängt, der offenbar Einfluss auf das Hygieneverhalten von Bienen hat: Die Bienen putzen sich gegenseitig, um die Milben loszuwerden.
 
Die Forscher konnten außerdem zahlreiche Veränderungen in mehreren Genen feststellen, die mit der Larvenentwicklung zusammenhängen. Milben vermehren sich und ernähren sich von den Bienen während des Larvenstadiums. Die Forscher schlossen daraus, dass sich die Bienen evolutionär verändert haben, um den Reproduktionsprozess der Milben zu stören. Außerdem gab es körperliche Veränderungen: Die heutigen Bienen sind kleiner als ihre Verwandten aus den 70er Jahren; auch die Form ihrer Flügel unterscheidet sich.
 
Dazu Alexander Mikheyev, Hauptautor der Studie und Professor am Okinawa Institute of Science and Technology in Japan: „Die Studienergebnisse verweisen auf Genkandidaten, die für die Züchtung resistenterer Bienen eine Rolle spielen könnten – z. B. das Dopaminrezeptor-Gen. Bedeutender aber noch ist die Erkenntnis, wie wichtig es ist, in den lokalen Bienenvölkern ein hohes Maß an genetischer Diversität zu bewahren – denn sie kann uns dabei unterstützen, künftige Krankheiten zu überwinden.“ 
 
Bienen aus dem Museum
Vergleichsstudien wie die vorliegende sind sehr selten, insbesondere mit Bienen. Wenige Menschen sammeln Bienen und noch weniger Menschen sammeln sie so, dass sich die Stichprobe für eine wissenschaftliche Studie eignet. Aber ein ganz außergewöhnlicher Glücksfall kam Mikheyev et al. zur Hilfe: Tom Seely, Co-Autor der Studie und Professor an der Cornell University hatte als Doktorand in dem fraglichen Wald gearbeitet und seine Stichproben der Insektensammlung der Cornell University zur Verfügung gestellt. Es ist das erste Mal, dass Genomveränderungen nach einem spezifischen Ereignis wie der Varroa-Invasion wissenschaftlich untersucht werden konnte.

Die Studie “Museum samples reveal rapid evolution by wild honey bees exposed to a novel parasite” von Mikheyev, A. S. et al. wurde von Nature Communications veröffentlicht, einem Open-Access-Journal für anspruchsvolle naturwissenschaftliche Forschung. Die Publikation wurde von Online-Plattformen der Wissenschafts- und der Imkerszene aufgegriffen:

Science Daily

Phys.Org

Manuka Honey

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