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Eine allgegenwärtige Gefahr für Honigbienen

Varroa überträgt tödliche Viren auf Honigbienen

26. Aug 2016
Honigbienen, die als Puppe mit DWV infiziert wurden, entwickeln verkrüppelte Flügel und können nicht fliegen.

Das Flügeldeformationsvirus (DWV) infiziert Europäische Honigbienen (Apis mellifera) schon seit mehreren hundert Jahren. In den letzten 75 Jahren hat sich die weltweite Ausbreitung des Virus jedoch enorm verstärkt. Das Wissenschaftsmagazin Science berichtet über eine Studie, die der weltweiten Ausbreitung von DWV bei Honigbienen auf den Grund geht. Die Studie stützt sich auf Daten aus 17 Ländern und 32 Regionen.

Grund dafür ist die Varroa-Milbe, die zum Hauptüberträger des Virus wurde. Genetische Variationen ermöglichtem dem Parasiten den „Sprung” von der Asiatischen Honigbiene (Apis cerana) zur Europäischen Honigbiene. Dadurch kam die Milbe mit dem Virus in Kontakt und überträgt es fortan auf Honigbienen weltweit. Der Export von Honigbienenvölkern durch den Menschen hat die Ausbreitung der Krankheit zusätzlich begünstigt. DWV ist mittlerweile weit verbreitet und tritt bei Bienen in allen Entwicklungsstadien auf. Die Infektion verläuft normalerweise ohne Krankheitssymptome. Überträgt die Varroa-Milbe das Virus jedoch auf eine Bienenpuppe, so entwickelt der Nachwuchs verkrüppelte Flügel. Die Biene ist flugunfähig und nicht lebenstüchtig.

Auch die großangelegte, sechsjährige Feldstudie „The National Honey Bee Diseases Survey“ (NHBDS), unterstützt von der University of Maryland (UMD) und dem US Department of Agriculture (USDA), belegte kürzlich den Zusammenhang zwischen Varroa und der Übertragung von DWV und anderen Viren. Imker in 41 Bundesstaaten sowie Puerto Rico und Guam nahmen zwischen 2009 und 2014 an die Umfrage teil. „Die NHBDS Studie belegt, dass das Vorkommen von Varroa-Milbe extrem hoch ist. Die Milbe geht unmittelbar mit mehreren ernsthaften Viruserkrankungen bei Honigbienen einher“, fasst Dick Rogers, Principal Scientist und Entomologe am Bayer Bee Care Center in Nordamerika zusammen.

Auf Grundlage der aktuellen Studien und anhand seiner eigenen Beobachtungen schätzt Rogers Varroa als eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit für Honigbienen in den USA ein: „Nahezu alle Honigbienenvölker hier sind zu einem gewissen Ausmaß von Varroa befallen. Bei 80 Prozent der Völker, die wir 2015 beobachtet haben, lag der Befall oberhalb der Grenze, die als gefährlich eingestuft wird. Wir müssen diese Bedrohung für die Gesundheit von Honigbienen stoppen – mithilfe von intensiverem Monitoring und einem verbesserter Völkerführung“, resümiert Rogers.

Lesen Sie auch den Artikel „The mite that jumped, the bee that traveled, the disease that followed“ in dem Wissenschaftsmagazin Science.

Science Daily veröffentlicht einen Bericht über die mehrjährige Studie „The National Honey Bee Disease Survey”. Die vollständigen Ergebnisse der Studie lesen Sie hier.

Lesen Sie mehr von Dick Rogers über die Varroa-Milbe.

In unserer neuen Broschüre „Varroa-Milbe – Ein gefährlicher Bienenparasit“ berichten wir über Forschungsgrundlagen und informieren über Behandlungsmethoden zur Bekämpfung des Parasiten.

Die Honey Bee Health Coalition – eine Interessensgruppe, die unter anderem aus Imkern, Forschern, Regulatoren und Vertretern aus der Industrie besteht – gab den sehr gefragten Leitfaden „Tools for Varroa Management“ heraus.

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