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Die Entwicklung der Schmarotzer

Varroa-Forschung gibt Einblick in die Evolution von Parasiten

04. Aug 2015
Abwehrmittel gegen Zecken könnten auch bei der Bekämpfung der Varroa-Milbe helfen

Forscher aus China und Japan haben ein spezielles Eiweißmolekül in der Varroa-Milbe entdeckt. Das Protein, Vd-TRPA1 genannt, gibt Aufschluss über die Evolution von Parasiten – und könnte zu einem neuen Angriffspunkt in der Milbenbekämpfung werden. Denn der Parasit nutzt es, um seinen Honigbienen-Wirt zu finden.
 
Die Wissenschaftler erforschten ursprünglich pflanzliche Wirkstoffe, um die Varroa-Milbe zu bekämpfen, vor allem verschiedene Abwehrmittel gegen Zecken. Einige dieser Repellentien hielten die Milben davon ab, die Waben mit Bienenlarven zu finden, wo sie sich vermehren. Die Wissenschaftler zeigten: Die Wirkstoffe greifen an einem Protein das sich auf den Vorderbeinen der Milbe befindet.
 
TRP-Kanäle bilden eine große Protein-Familie und kommen in verschiedenen Organismen vor. Beim Menschen etwa spielen sie eine Rolle in der Wahrnehmung von Geschmack oder Temperatur. Insekten brauchen sie beispielsweise, um Schmerzen zu spüren. Jedoch sind die TRP-Kanäle in Parasiten noch nicht untersucht worden, Vd-TRPA1 wurde bisher als einziger charakterisiert. Die Forscher nehmen an, dass die Proteine für Parasiten wichtig sind, um sich in der Umgebung ihres Wirts zurechtzufinden. „Mehrere pflanzliche Zeckenrepellentien aktivieren den TRPA1-Kanal in Varroa-Milben, hatten aber keine Auswirkungen auf die TRPA-Kanäle in Bienen und Fruchtfliegen", erklärt Prof. Tatsuhiko Kadowaki, Senior Autor der Studie. „Wir wollen die Rolle der TRP-Kanäle in Wirt-Parasit-Beziehungen besser verstehen. Ebenso die zugrundeliegenden Mechanismen, die zur Anpassung eines Parasiten nötig sind." Zudem will sein Labor herausfinden, ob natürliche Wirkstoffe gezielt gegen TRP-Kanäle eingesetzt werden können.

Lesen Sie hier die Original-Veröffentlichung.

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