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Bienenleben in großer Höhe

Wildbienenforschung auf dem Kilimandscharo

03. Feb 2015
Würzburger Biologen erforschten die Wildbienen auf dem Kilimandscharo in Tansania. (Foto: Chris 73/Wikimedia Commons)

Das Nahrungsangebot und die Temperatur beeinflussen den Artenreichtum von Wildbienen. Besonders die Kombination der beiden Faktoren spielt dabei eine Rolle, wie Forscher der Universität Würzburg herausgefunden haben. Dafür ist das Team vom Biozentrum auf den höchsten Berg Afrikas gestiegen. Der Kilimandscharo in Tansania diente den Biologen als ökologisches Modell: „Wenn man einen Berg hinaufsteigt, fällt die Temperatur pro Höhenkilometer um circa sechs Grad Celsius – das ist rund tausend Mal schneller, als wenn man sich vom Äquator in Richtung der Pole bewegt“, erklärt Professor Ingolf Steffan-Dewenter, Leiter des Würzburger Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie. Auch andere Umweltfaktoren, die sich in der Ebene nur langsam verändern, variieren mit zunehmender Höhe relativ schnell. Auf hohen Bergen lassen sich also Faktoren, die den Artenreichtum in den globalen Klimazonen bestimmen, auf kleinem Raum studieren.

Das Ergebnis des Würzburger Teams: Je höher auf dem Berg, desto weniger Wildbienenarten. Doch auf 4550 Metern Höhe begegnete ihnen eine Überraschung: eine Bienenart aus der Gattung der Furchenbienen. In dieser Höhe hätten die Forscher keine Biene mehr erwartet.
Für die Studie haben die Biologen an 60 Stellen auf dem Kilimandscharo Bienenfallen aufgestellt – in zwölf unterschiedlichen Ökosystemtypen, von Savanne und Wald bis zu Kaffeeplantagen, und in unterschiedlichen Höhenlagen. Dreimal innerhalb von zwei Jahren wurden die Fallen installiert und nach zwei Tagen geleert. Die Forscher haben die gefangenen Tiere dann ausgezählt und bestimmt. Zusätzlich hat das Team an den Untersuchungsflächen Informationen über Temperatur, Niederschlag, Blütenanzahl und menschliche Landnutzungsintensität gesammelt.

„Wir fanden einen deutlichen Effekt der Temperatur auf den Artenreichtum“, fasst der Postdoktorand Marcell Peters in der Pressemitteilung der Universität zusammen. Außerdem zeigte das Team, dass Bienen bei niedrigen Temperaturen weniger Blüten anfliegen als bei hohen – selbst wenn die Blüten in Massen vorhanden sind. „Die Temperatur scheint also die Zugänglichkeit der Ressourcen zu kontrollieren und spielt damit eine viel größere Rolle als die Ressourcenverfügbarkeit“, folgert Peters.
Diese Erkenntnisse über temperaturabhängige Ressourcennutzung könnten helfen zu verstehen, wie Tiere auf Veränderungen in der Umwelt reagieren. So kann die Wildbienenforschung auch zur Untersuchung von ökologischen Mechanismen anderer Tiere beitragen.

Hier lesen Sie die vollständige Pressemitteilung

Die Website der Würzburger Forschungsgruppe

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