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Anstieg der Wildbienenarten

Langzeitprojekt zeigt: bedrohte Arten steigen durch mehr Biodiversität an

19. Mai 2015
Von links: Arno Schanowski, ILN, Gernot Bolz, teilnehmender Landwirt, und Dr. Helmut Schramm, Landesleiter Bayer CropScience

Wie wirksam sind Maßnahmen, um die Gesundheit von Bestäubern zu verbessern? Das untersuchte die Langzeitstudie „Ökologische Aufwertung in Ackerfluren in der Oberrheinebene“ von Bayer CropScience. Die Forscher zeigten: Mithilfe von Blühstreifen und Nistplätzen stieg die Artenvielfalt von Wildbienen und Schmetterlingen im Verlauf von vier Jahren messbar an – auch der Bestand gefährdeter Arten erhöhte sich.

Im Auftrag von Bayer CropScience haben das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) und das Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz (ILN) von 2010 bis 2014 die Anzahl und Artenvielfalt von Wildbienen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen analysiert. Untersucht wurden die Standorte Rheinmünster und Dettenheim in Süddeutschland. Die Forscher erfassten auf jeweils 50 Hektar großen Gebieten mit Acker-, Brach- und Grünlandflächen die Populationsdichte von Bestäubern. Ziel war es zu überprüfen, wie sich Feldmaßnahmen auf die Insektenpopulationen auswirken: Dafür wurden etwa Blumen am Feldrand ausgesät, die das Nahrungsangebot der Insekten erhöhten. Außerdem dienten angelegte „bee banks“ als zusätzliches Angebot an Brut- und Nistplätzen. Auf Kontrollflächen führten die Forscher keine Feldmaßnahmen durch.

Die Projekt-Mitarbeiter des ILN und IFAB haben in Dettenheim jedes Jahr an fünf Terminen zwischen Mai und August die Anzahl der Wildbienenarten erfasst. Schon nach den ersten zwei Jahren stieg die Artenvielfalt um 140 Prozent – und wuchs stetig weiter: 2012 zählten sie 34 Wildbienenarten, 2013 waren es 74 und 2014 verzeichneten sie ganze 84 verschiedene Arten. Im Kontrollgebiet zeigten sich dagegen nur leichte Schwankungen: Die Anzahl der Wildbienenarten hat sich dort insgesamt nicht erhöht. Ein besonders positives Resultat der Feldmaßnahmen ist, dass auch immer mehr Wildbienenarten aufzufinden waren, die bundesweit als gefährdet gelten. In den Maßnahmen-Gebieten fanden die Forscher sogar stark gefährdete Arten.

Biodiversity

Auch in Rheinmünster beobachtete das Team ein markantes Wachstum der Wildbienenpopulationen in dem Maßnahme-Gebiet. Zu Beginn des Projekts zählten sie insgesamt 53 Wildbienenindividuen – 2013 ermittelten sie eine Höchstzahl von 5.401. Die Anzahl der Wildbienen ist folglich um mehr als das 100-fache gestiegen. 2014 erfasste das Team zwar einen leichten Rückgang des positiven Trends, insgesamt zeigte sich nach vier Jahren dennoch ein enormer Anstieg. In dem unveränderten Kontrollgebiet registrierten die Forscher dagegen im Verlauf des Projekts nur ein vergleichsweise geringes Wachstum: Die Anzahl der Individuen verdreifachte sich.

Durch die Langzeitstudie gewannen die Forscher wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich die Blühstreifen optimieren lassen: Wichtig ist es, die Pflanzen an den jeweiligen Standort und die Witterung anzupassen – besonders gut eigenen sich regionstypische Pflanzen. Vielfältige Blumenmischungen bieten außerdem während der gesamten Vegetationszeit Nektar und Pollen.

Die Ergebnisse aus der Feldstudie in Süddeutschland zeigen: Blühstreifen helfen, Wildbienen zu schützen. Daher setzen sich Bayer CropScience und das Bayer Bee Care Center verstärkt dafür ein, attraktive Blühflächen für die Insekten zu
gestalten. Für 2015 sind in den beiden Versuchsregionen Feldbesichtigungen geplant.

In unserem BEENOW-Artikel “Mehr Umwelt im Feld” informieren wir auch über das Projekt:

Erfahren Sie mehr über das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB)

Gelangen Sie hier zum Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz (ILN)

Lesen Sie auch unseren Artikel „Nahrhafte Blütenmeere

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