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Landschaften für Bienen

Integrierte Landnutzung in England

Bienenschutz, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft lassen sich durchaus vereinen. Im Rahmen des Integrated Farm Management plant und koordiniert Alice Johnston von Bayer UK Maßnahmen, von denen Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Wildbienen in der Landwirtschaft profitieren. Auf Bayers Orchard Farm in England zeigt Johnston, wie die integrierten Ansätze in der Praxis aussehen.


Integrierte Landnutzung in England

Auf einen Blick

// Bestäubende Insekten wie Bienen sind wichtig für eine nachhaltige Landwirtschaft.

// Integrierte Landwirtschaft hilft Honigbienen, Wildbienen und Hummeln zu gedeihen – zusammen mit guten Erträgen.

// Auf Farmen in England testet Bayer geeignete Maßnahmen für den Farmalltag.

// Im ForwardFarming-Projekt sollen internationale Modellfarmen eröffnet werden.


Naturreservat für Bestäuber

Bayers Orchard Farm ist eine ehemalige Obstplantage in der Nähe von Cambridge. Sie erstreckt sich über 20 Hektar hügeliges Gelände. Auf dem schweren, reichhaltigen Lehmboden wurden früher vor allem Äpfel und Pflaumen angebaut. Heute wachsen Mischkulturen auf etwas mehr als der Hälfte der Fläche. Auch Vögel finden zwischen Eschen, Eichen, Ahorn und wilden Kirschen vielfältigen Lebensraum und in abgestorbenem Holz gedeihen viele Insektenarten, darunter auch 23 Schmetterlings- und 140 Nachtfalterarten. Die meisten von ihnen verlassen den Nistplatz, sobald sie sich vollständig entwickelt haben. Seit mehr als 20 Jahren gibt es auf der Farm außerdem auch Bienenstöcke.

Am Ende eines Tages auf der Orchard Farm kontrolliert Alice Johnston noch einmal die farmeigenen Bienenstöcke: Die Waben sind voller Honig, die Bienen gedeihen prächtig. „Für uns ein Zeichen von Erfolg“, erklärt die Engländerin. Johnston ist als Application and Stewardship Coordinator mitverantwortlich für das Integrated Farm Management auf der Orchard Farm – eine von Bayers Feldstationen – in der Nähe von Cambridge in England.

Nachhaltige Landwirtschaft umfasst gedeihende Bienenkolonien – zusammen mit guten Erträgen. „Wir probieren hier aus, wie wir unsere Landnutzung – die nicht dem Ertrag dient – für Bienen und andere Bestäuber optimieren können, damit sie gesund bleiben und die Produktivität in der Landwirtschaft langfristig sichern können“, sagt Johnston.

Bienenschutz und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit sollen in den täglichen Farmbetrieb eingebunden werden. Johnston befasst sich ganz konkret damit, Honigbienen, Wildbienen, Hummeln sowie Vögeln auf der Farm die zwei wichtigsten Dinge zu bieten, die sie brauchen: Nahrung und Nistgelegenheiten.

 
Sunflower cultivation in Spain

Alice Johnston
Application and Stewardship Coordinator Integrated Farm Management

Auf ihrem Weg zurück zum Hauptgebäude kommt Johnston durch den alten Pflaumengarten: „Wir haben dieses Fleckchen als geschützten Bereich belassen. Ein gutes Beispiel dafür, wie Integrated Farm Management konkret aussehen kann“, erklärt die Farmleiterin. Marjorie heißen die Pflaumenbäume im Obstgarten, die besonders früh blühen. Sie sind im Frühjahr eine der ersten Anlaufstellen für Bienen beim Futtersammeln. Viele Kulturpflanzen haben nur eine kurze Blütezeit – Honigbienen müssen aber über Monate hinweg auf der Futtersuche fündig werden.

“Es ist wichtig, die Blühperiode möglichst lange über das Jahr auszudehnen.”

Obstbäume und Hecken sind nur ein Beispiel, wie Integrated Farm Management aussehen kann. „Wir entwickeln die Farmen so, dass sie die lokalen Gegebenheiten nutzen und verbessern. Gleichzeitig behalten wir auch die ursprüngliche Intention bei und untersuchen neue Pflanzenschutzlösungen und Samensorten“, erklärt Johnston. Eine zweite Versuchsfarm weiter nördlich wirkt wie ein Flickenteppich aus flachen Feldern. Auf beiden Betrieben arbeitet Johnston mit dem Farm-Team daran, das Land optimal für Wildbienen und andere Insekten zu gestalten: Bereiche neben den Feldwegen dienen ebenfalls als Habitate, und das hohe Rispengras am Wegrand ist als Nistplatz für Hummeln und andere Insekten gedacht. „In diesen sogenannten ‚Beetle Banks‘ nisten vor allem Hummeln und Wildbienen“, sagt Johnston. „In unmittelbarer Nähe zu ihren Nistplätzen finden sie ausreichend Nahrung, denn die Felder sind mit Blühstreifen gesäumt.“

Spain is home to the most beehives in Europe: Some 2.5 million colonies are found here – 18 percent of the continent’s honey bee population.

Für die Bayer-Expertin darf bienenfreundliche Landgestaltung nicht an den Farmgrenzen enden.

Johnston stellt Informationsmaterial zusammen, mit dem sie die Öffentlichkeit über Bienengesundheit und die Ansprüche an den Lebensraum der nützlichen Insekten informiert. Einmal im Jahr können sich Besucher auch selbst ein Bild von der integrierten Landnutzung machen: Beim „Open Farm Sunday“ unterstützen einige Mitarbeiter von Bayer Farmen in der Nähe, die sich der Öffentlichkeit präsentieren. Neben Privatpersonen können auch Fachbesucher kommen. „Wir wollen Landwirte, Imker und die Öffentlichkeit enger zusammenbringen. Denn gesunde Bienen sind für alle Parteien enorm wichtig. Bei diesem Event haben sie die Möglichkeit zu verstehen, was wirklich auf einer Farm passiert, und können sich direkt miteinander austauschen“, so Johnston.

Die beiden Farmen zeigen, wie effektiv sich Bienenschutz, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft zusammenbringen lassen. Lebensräume können dort entstehen, wo Land sich nicht gewinnbringend bewirtschaften lässt – an Wegrändern und Feldsäumen. Aber nicht nur Landwirte sind gefragt: „Jeder kann etwas tun, zum Beispiel indem man Hecken als Sichtschutz pflanzt anstelle einer Holzwand, das Gras an einigen Stellen wachsen lässt oder eine abwechslungsreiche Blumenwiese sät, die über viele Monate blüht und Futter spendet“, sagt Johnston. Ob alte Holzstämme oder hohes Gras: Ein naturbelassener Garten schafft wichtige Nistplätze für Wildbienen. Dort, wo solche Areale nicht verfügbar sind, empfiehlt Johnston künstliche Bienenhotels, in denen Solitärbienen nisten können. „Wir haben alle die Möglichkeit, viele Bienenarten zu unterstützen“, ergänzt Johnston.


ForwardFarming zeigen vielversprechende Perspektiven für die Landwirtschaft

Nachhaltige Landwirtschaft lässt sich auf internationaler Ebene denken und praktizieren. Das Ziel des ForwardFarming-Programms von Bayer ist es deshalb, wirtschaftliche mit sozialen Aspekten und Umweltkomponenten zusammenbringen. Charakteristische Farmen in Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden nehmen am Programm teil – mit unterschiedlichen Anbauschwerpunkten und ausgewogenen Praktiken. Das ForwardFarming- Programm umfasst ein ganzheitliches Konzept: vom qualitativen Saatgut über Pflanzenschutzmitteln bis hin zum entsprechenden Service und professionellen Anweisungen für die Anwender. In vielen Fällen wird es durch Partner mit speziellem Know-how und umfassender Expertise im Bereich Nachhaltigkeit unterstützt. An dieser Stelle können Bienengesundheit, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft zusammenarbeiten. Von Bienenstudien, Parasiten- Monitoring über Nistplätze für verschiedene Bienenarten bis zu Blühstreifen werden auf den Farmen verschiedene Maßnahmen untersucht.

www.forwardfarming.com

Absprachen zwischen Imkern und Landwirten treffen

Imker und Landwirte haben ein gemeinsames Interesse: gesunde Honigbienen. Farmer profitieren von der Bestäubungsleistung, Imker ernten Honig. Ein regelmäßiger Austausch hilft beiden Seiten, ihre Arbeit zu optimieren. Viele blühende Kulturpflanzen, Bäume und Wildblumen dienen als Nahrungsquelle für Bienen und Menschen. Landwirte müssen ihre Pflanzen aber vor Schädlingen schützen. Sie müssen Pflanzenschutzmittel verantwortungsbewusst anwenden und sollten Imker informieren, wenn sie vorhaben, Insektizide zu spritzen. Auch wenn es oftmals nicht praktisch oder notwendig sein mag, haben Imker dadurch die Option, ihre Stöcke während der Spritzanwendung wegzubringen oder zu verschließen. Der Schlüssel zu mehr Bienensicherheit in der Landwirtschaft liegt also auch in der umfassenden Kommunikation zwischen Landwirt und Imker.

 

Weitere informationen zum Thema
Zahlen & Fakten

Bienenvielfalt

Neben der Honigbiene gibt es weltweit etwa 30.000 andere Bienenarten, einschließlich der Solitärbienen und der Hummeln, von denen viele ebenfalls zur Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen beitragen.

In dünner Luft

Manche Bienen fliegen sogar noch in 4.550 Meter Höhe: Eine stark angepasste Bienenart aus der Gattung der Furchenbienen lebt an der Vegetationsgrenze des Kilimandscharo in Tansania.

Blüten-Spezialisten

Nicht jede Biene kann von jeder Pflanze Nektar sammeln. Denn manche Blüten, wie die der Möhre, sind sehr klein. Hier kommen nur winzige Insekten an den Nektar. An Blüten von Tomaten oder Heidelbeeren müssen die Bestäuber sogar stark rütteln, damit der Pollen herausfällt. Das schaffen vor allem kräftige Insekten wie die Hummel.




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