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Schutz für Ungarns Bienen

Deflektoren-Kampagne für Landwirte und Bienen

Systemische Beizmittel, die als dünner Film um das Saatgut aufgetragen werden, schützen die wachsenden Nutzpflanzen vor Pilzkrankheiten und Insekten. Doch wenn sich diese Schicht abreibt, können die Pflanzenschutzwirkstoffe als Staub in die Luft gelangen. Um eine mögliche Gefahr für Bienen zu minimieren, wurde eine Kampagne gestartet: Sie hilft ungarischen Bauern, ihre Sämaschinen mit sogenannten Deflektoren auszustatten.


Deflektoren-Kampagne für Landwirte und Bienen

Auf einen Blick

// Systemische Beizmittel schützen Saatgut und junge Pflanzen vor Schädlingen.

// Geringe Anteile der Beize können sich allerdings von der Samenoberfläche abreiben und als Staub bei der Aussaat in die Umwelt gelangen.

// In Ungarn wurde eine Kampagne gestartet, um die Ausstattung der Sämaschinen mit Deflektoren voranzutreiben und somit die Staubemission zu minimieren.


Samen sind der erste Baustein der gedeihenden Pflanzenwelt. Als solche brauchen sie besonders viel Schutz, damit beispielsweise Mais-, Soja- oder Raps-Sprösslinge zu kräftigen Pflanzen heranwachsen können. Deswegen wird das Saatgut vor dem Ausbringen mit Beizmitteln beschichtet. Während die Pflänzchen wachsen, nehmen sie den Wirkstoff, der sie vor zerstörerischen Insekten oder Pilzkrankheiten schützt, über die Wurzeln auf, wenn hierfür ein systemisches Mittel verwendet wird. Der Schutzfilm sorgt somit dafür, dass später weniger Pflanzenschutzmittel gespritzt werden müssen – und vermindert so auch die Exposition von nützlichen Insekten, wie beispielsweise den Honigbienen. „Allerdings gilt das nur, wenn die schützende Beize zuverlässig auf den Samen haften bleibt“, sagt Dr. Peter Ohs, Senior Global Stewardship Manager bei Bayer im Bereich Crop Science.

"Die Beizmittel müssen dazu vorschriftsmäßig von qualifizierten Experten auf das Saatgut aufgebracht werden. Und dieses muss sorgfältig gehandhabt, gelagert und vom Landwirt ausgebracht werden." Andernfalls lässt sich nicht ausschließen, dass sich kleine Mengen des Beizmittels bei der Aussaat von den Körnern abreiben und als Staub in die Luft gelangen, wenn die Aussaat mit vakuum-pneumatischen Sämaschinen erfolgt – mit potenziellen Risiken für Nutzinsekten und Umwelt. Bayer-Experten arbeiten deswegen permanent daran, den gesamten Beizprozess noch sicherer zu machen. „Auch die Staubemission bei der Aussaat zu reduzieren, ist eine wichtige Aufgabe“, sagt der Bayer-Fachmann.

Deflektoren vermindern die Abdrift von Beizstaub um 90 Prozent.

An dieser Stelle kommen Deflektoren ins Spiel: Diese Ableitsysteme lassen sich an den Sämaschinen anbringen und leiten 90 Prozent des entstehenden Staubs zum Boden. Das schützt nicht nur die Bestäuber, sondern auch den Landwirt und die Umwelt.

Dr. Peter Ohs
Senior Global Stewardship Manager
bei Bayer im Bereich Crop Science

Vor dem Projektstart in Ungarn waren keine Daten dazu verfügbar, wie viele Sämaschinen landesweit betrieben werden und ob sie mit dieser Vorkehrung ausgestattet sind. Eine Marktstudie zeigte, dass besonders kleine Farmen, die mehr als 50 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe ausmachen, Sämaschinen ohne Deflektoren besitzen. Deswegen wurden standardisierte Deflektor-Kits entwickelt, die auf die in Ungarn üblicherweise verwendeten Sämaschinen-Typen angepasst sind.

„Parallel dazu haben wir eine Kampagne gestartet, um das Bewusstsein der Farmer zu schärfen, dass Deflektoren ein wichtiger Bestandteil für eine umweltschonende Landwirtschaft sind“, erklärt Dr. Ohs.

Die Kampagne wurde von allen großen Interessenvertretungen unterstützt – einschließlich der nationalen Landwirtschaftskammer, der ungarischen Saatgut- Vereinigung und der ungarischen Pflanzenschutzbehörde.

Auch das ungarische Ministerium für Landwirtschaft arbeitet in die gleiche Richtung wie Bayer. „Wir versuchen, die Bauern für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren“, erklärt Gabor Szalkai vom Ministerium. „Gleichzeitig wollen wir verbindliche Richtlinien für die Ausstattung der Landmaschinen auf den Weg bringen, um unsere Umwelt besser zu schützen.“

 

Fazit

„Die von Bayer und Syngenta initiierte Kampagne zur Ausstattung ungarischer Sämaschinen mit Deflektoren wurde positiv aufgenommen, und viele Kleinbauern wurden erreicht. Darüber hinaus engagiert sich auch das ungarische Ministerium für Landwirtschaft in diese Richtung, um Umwelt und Bienen besser zu schützen.“

 

Die Deflektoren-Kampagne kommt also genau zur richtigen Zeit. Seit Ende 2014 läuft die Aktion in Ungarn. Dabei können Landwirte beispielsweise von Rabatten profitieren. Damit statten sie ihre Sämaschinen kostengünstiger mit den Ableitsystemen aus und sparen zwischen 50 und 75 Prozent der ursprünglichen Kosten. „So sind die einfach zu montierenden Nachrüstsätze auch für Kleinbauern erschwinglich“, sagt Dr. Ohs.

Bislang wurden etwa zwei Drittel der Landwirte für die kommenden Anforderungen sensibilisiert. Diejenigen, die bereits Deflektoren installiert haben, sind der Meinung: Jede vakuum-pneumatische Sämaschine sollte damit ausgestattet werden, denn der Aufwand ist sehr gering und der Beitrag für mehr Nachhaltigkeit in Pflanzenschutz und Landwirtschaft immens. Besonders positiv: Durch die Kampagne lassen sich auch Kleinbauern erreichen, zu denen die Unternehmen in der Regel keinen direkten Kontakt haben. „Wir haben so die Tür zu den Bauern geöffnet“, meint Dr. Ohs optimistisch.

Denn nur wenn sich viele Landwirte überzeugen lassen, führen die integrierten Maßnahmen zum Ziel: einem noch geringeren Risiko für Bestäuber.




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